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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

Die  Idee  des  deutschen  Erbreichs  und  die  ersten  Habsburger.

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sie  Ptolomäus  von  Lucea  Nicolaus  III.  zuschreibt,  dieser  Zeit
doch  nicht  vollständig  fremd  waren.  Und  am  Ende  lag'  doch
eine  ähnliche  Neugestaltung  der  Verhältnisse,  zunächst  in
Italien,  zu  nahe,  und  zu  sehr  im  Interesse  der  papst-königlichen ­
  Politik,  als  das  die  gewiegte  Staatskunst  der  Curie  nicht
hätte  auf  solche  Auswege  verfallen  sollen.  Die  Zeiten,  wo
man  an  dom  Kaiserthum  eine  Stütze  und  einen  Rückhalt  für
die  eigene  Unabhängigkeit  gesucht  hatte,  waren  längst  dahin.
Die  Entwickelung  des  Kaiserthums  unter  den  letzten  Herrschern ­
  des  staufischen  Hauses,  die  Erwerbung  Siciliens  und
ihre  Folgen  hatten  das  schlimmste  Schreckbild  für  die  Curie,
die  Einheit  Italiens,  bei  einem  Haar  zur  Wirklichkeit  gemacht.
Die  weitere  Entwickelung  der  Verhältnisse  bewegte  sich,  Dank
der  von  Karl  von  Anjou  in  Reichsitalien  gewonnenen  Macht,
in  denselben  bedrohlichen  Bahnen.  Dem  ersten  scharfblickenden
Politiker,  der  den  päpstlichen  Stuhl  bestieg,  musste  sich  der
Wunsch  nach  gründlicher  Beseitigung  solcher  Gefahren  aufdrängen. ­
  Die  Begründung  einer  Anzahl  sich  gegenseitig  balancirender
  Staaten,  wie  sie  Ptolomäus  von  Lucea  als  von  Nicolaus ­
  III,  beabsichtigt  behauptet,  war  dazu  ein  sehr  geeignetes
Mittel  —  noch  die  neueste  Zeit  sah  dieselbe  Idee  ja  als  Gegenzug ­
  gegen  die  sich  anbahnende  Einheit  Italiens  ausspielen.
Sehen  wir,  welche  Belege  sich  im  Einzelnen  für  die  Zuverlässigkeit ­
  der  Nachricht  des  Ptolomäus  auffinden  lassen.
Genau,  in  allem  Detail,  durch  eine  Fülle  urkundlichen
Materials  sind  wir  unterrichtet  über  die  Art  und  Weise,  wie
Nicolaus  III.  die  unter  seinem  Vorgänger  unerledigt  gebliebenen ­
  Fragen  der  Lösung  zugeführt  hat,  nämlich  die  einmal
angeregte  Frage  nach  dem  Besitz  der  Romagna,  und  die  Herstellung ­
  eines  definitiv  geregelten,  dauerhaften  Verhältnisses
zwischen  dem  römischen  König  Rudolf,  und  dem  König  Karl
von  Sicilien.  Die  Action  zur  Regelung  dieser  Punkte  begann  und
vollendete  Papst  Nicolaus  mit  unübertrefflicher  Meisterschaft.
Mit  König  Rudolf  war  der  Papst  bald  im  Reinen.  Schon
am  12.  December  1277  —  Nicolaus  war  noch  nicht  einmal
geweiht  —  eröffnete  er  durch  einen  Gesandten  die  Verhandoder

  doch  anderen  Fürsten  sei,  als  (lenen  des  Imperators 1  —  s.  Reiehsgescliichte
  II,  3  S.  166  n.  2.
            
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