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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

Zur  Kaiserwahl  1619.  611
S.  Churf.  Gr.  folgende  Mitwoclie  den  andern  Herrn  Churfürsten
und  der  Abwesenden  Gesandten  durch  den  Mainzischen  Canzler
anzeigen  laßen,  daß  Ihre  Königl.  W.  mit  dem  gemachten  Schluß
wegen  des  Ankündigungsschreiben  und  der  darinnen  angedeuteten ­
  Interposition  und  bevorstehenden  Handlung  gar  wohl
content  und  zufrieden  were,  hette  auch  von  Anfang  dieses
angesponnenen  Unheils  ihr  nichts  höher  angelegen  sein  laßen,
dann  daß  Friedt,  Ruhe  und  Einigkeit  wiederumb  gestiftet  und
alle  Mißhandlungen,  Thätligkeiten  und  Kriegsverfaßungen  in
der  Cron  Böhernb  Vorkommen  und  abgeschafft  werden  möchten.
Was  aber  darmit  ausgerichtet  worden,  solches  gebe  die  Erfahrung. ­
  Dann  obwohl  er  der  König  nach  Ableiben  der  jüngst
verstorbenen  Kais.  Mtt.  hochlöbl.  Gedäclitnuß  allerhand  Mittel
und  Wege,  dadurch  die  Sachen  wiederumb  in  einen  ganz
geruhiglichen  und  erträglichen  Stand  gebracht  werden  können,
den  Böhmen  vorgeschlagen,  so  hetten  doch  solche  bei  ihnen
ganz  und  gar  nicht  verfangen  wollen,  ja  er  were  auch  auf  die
an  sie  abgegangene  Schreiben  keiner  Antwort  gewürdiget  worden,
inmaßen  dann  auch  bei  ihnen  der  angebottene  Stillstand  auf
eine  Zeit  lang  nicht  zu  erhalten  gewesen,  sondern  sie  in  ihrem
bösen  Fürnehmen  immer  fortgefahren,  dahero  es  dann  leider
zu  dem  betrübten  Zustande,  darinnen  itzo  in  Böhmen  die
Sachen  bestünden,  gerathen.  Sein  des  Königs  Gemüth  und
Intention  weren  gar  nicht  dahin  gerichtet,  daß  Land  und  Leut
verderbet  und  so  viel  unschuldiges  Blut  vergossen  werden
sollte.  Darumb  wollte  er  sich  seines  Theils  gar  gern  submittiren
  und  die  von  dem  Churfürstlichen  Collegio  vorhabende
und  angebottene  Unterhandlung  nicht  ausschlagen.
Darauf  ist  das  von  der  Mainzischen  Canzelei  an  den
König  und  die  Stände  verfasste  Denunciationschreiben  abgelesen ­
  und  nach  fürgehender  Danksagung  gegen  Chur-Trier
wegen  der  auf  sich  genommenen  Mühe  und  Verrichtung  bei
dem  Könige  Ferdinando  bemelt  Concept  allerdings  beliebet
worden,  von  welchem  Schreiben  Eu.  Churf.  G.  bei  ehester
Gelegenheit  Abschrift  unterthenigst  von  uns  überschickt
werden  soll.
Nach  diesem  hat  man  von  der  Capitulation  zu  reden
angefangen  und  als  dem  Herrn  Churfürsten  zu  Mainz  ankeimgestellet,
  was  man  vor  einen  modum  procedendi  darinnen  halten
Sitzung8t>er.  d.  pliil.-liist.  CL.  LXXXVIII.  Bd.  III.  Hft.  40
            
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