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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

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T  a  d  r  a.

3  geistlichen  Churfürsten  hei  ihrer  vorigen  Entschuldigung,
warumb  sie  sich  uf  diesem  Tage  persönlich  nicht  einstellen
können  und  laßen  die  Abgesandten  dasjenige  was  zu  dieser
Handlung  gehörig  verrichten,  dann  es  bleibet  doch  die  Regul
wahr,  wann  ein  großer  Herr  ein  Ding  ohne  Bedenken  nicht
verhindern  oder  befördern  kann,  daß  er  lieber  darvon  bleiben
solle,  dann  sonst  .  .  .  seine  Reputation  leicht  periclitirt.
Und  obschon  der  Herr  Churfürst  zu  Heidelberg  persönlich
nacher  Frankfurt  kommen  sollte,  würde  doch  unserm  gn.  Herrn
sein  Votum  dadurch  nicht  genommen,  es  könnte  aber  auch
S.  Churf.  Gr.  alsdann  nicht  von  niemand  fürgeworfen  werden,
es  were  dieser  oder  jener,  weil  sie  selbst  zur  Stelle  gewesen,
durch  dero  Beförderung  zu  dieser  Dignität  kommen,  sondern
hetten  diejenigen,  welche  sich  persönlich  aldorten  befunden,
da  die  Sache  nicht  wohl  geriethe,  ihnen  billig  selbst  die  Schuld
her-  und  zuzumessen.
Die  3.  Frage  de  subjecto  ist  die  allerschwereste,  befinden
sich  aber  bei  den  Catholischcn  (denn  uf  die  Protestirenden
kann  es  nicht  kommen,  man  wollte  dann  die  ganze  formam
der  Wahl  und  Krönung  immutiren,  damit  es  aber  sehr  schwer
zugehen  wurde)  mehr  nicht  denn  2  weltliche  Häuser,  die  zu
dieser  Dignität  gebrauchet  worden  könnten,  nemblich  Oesterreich ­
  und  Bayern;  in  denen  sind  wiederumb  vornemblich  4
subjecta,  welche  hierunter  in  consideratione  zu  haben,  als  im
Hause  Oesterreich  Albertus  und  Ferdinandus,  in  Bayern  aber
Maximilianus  und  der  Herr  Churfürst  zu  Cöln.  Da  nun  gleich
unser  gnedigster  Herr  uf  deren  einen  Individuo  stimmen  und
kegen  die  Rätlie  sich  resolviren  wollte,  so  were  doch  Sr.  Churf.
G.  unbewußt,  was  dero  vorstimmende  Mit-Churfürsten  hierüber
vor  einer  Meinung  sein  möchten,  uf  deren  vota  sie  gleichwol
in  allewege  achtzugeben.  Sollte  demnach  wohl  der  sicherste
Weg  sein,  wann  den  Räthen  befohlen  würde,  sich  nach  dem
Trierischen,  Cöllnischen  und  des  Königs  voto  zu  richten,  weil
doch  vermuthlich  der  Herr  Churfürst  zu  Mainz  diesen  dreien
nicht  abfallcn  und  also  leicht  majora  gemachet  werden  möchten,
die  man  doch  hernach  gelten  laßen  müßte.  Darbei  aber  sollten
sie,  die  Gesandten,  zu  erinnern  sein,  den  ihnen  deswegen  zukommenden ­
  Befehlich,  sonderlich  vor  der  Wahl,  bei  ihnen  in
ihrer  eigenen  Verwahrung  diese  unsers  gnädigsten  Herrn
            
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