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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

Zur  Kaiserwahl  1G19.

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dern  gemeinet,  also  daß  der  weltlichen  Churfürsten  Abgesandten
sie  eine  gewisse  Zeit  als  zum  längsten  8,  9  oder  10  Tage  zu
Einbringung  ihrer  Resolution  denominirt  und  daß  die  Wahl,
da  gleich  die  Resolutiones  widrig  gefielen,  secundum  literam
aureae  bullae  noch  vor  dem  20.  Augusti  st.  n.  zu  Werk  gerichtet ­
  werden  sollte,  mit  Vorwendung  es  were  ein  Wahl-  und
kein  Compositiontag  ausgeschrieben,  hetten  sich  mit  schweren
Unkosten  aufgemacht,  dero  Churfürstenthumb,  Land  und  Leute
bei  diesen  sorglichen  Leufften  verlassen,  das  publicum  dem
privato  vorgezogen,  ihren  hohen  tragenden  Churfürstlichen
Ambt  genügsame  Satisfa.ction  und  alles  dasjenige  thun  wollen,
darzu  sie  vermög  der  güldenen  Bull,  Standes  und  Pflicht  halben
verobligiert  und  verbunden,  dann  darinnen  dem  Churfürsten
zu  Mainz  als  Erzkanzlern  durch  Germanien  eine  gewisse  Zeit
benimet,  in  welcher  er  den  tödtlichen  Abgang  der  Kais.  Mtt.
dero  Mit-Churfürsten  zu  erkennen  geben  soll,  vermüg  der  Denunciationschreiben
  hetten  die  sämbtlichen  Churfürsten  einen
gewissen  Tag  zu  Frankfurt  zu  erscheinen,  nicht  weniger  disponirte
  aurea  bulla  gar  klar,  wie  bald  die  Churfürsten  und
dero  Gesandten  zur  Wahl,  wann  sie  in  loco,  unweigerlich  zu
schreiten  verpflichtet,  das  were  lex  fundamentalis,  auch  bishero
  unverbrüchlichen  observirt,  welche  Observanz  in  allweg
auf  die  wehrte  Posterität  transferirt  und  gebracht  werden
müßte  und  könnten  zum  Compositionwerk  wohl  gute  praeparatoria
  gemacht  werden,  damit  die  gefehrliche  Unruhe  und  in
Böhmen  aufgangenes  Feuer  gelöscht,  gedempft  und  allenthalben
guter  Friede  und  Ruhe  wiederumb  gestiftet  werden  möchte,
inmaßen  Eu.  Churf.  G.  weitleufiger  und  mit  mehrern  aus  unserer
jüngst  obangedeuteten  Relation  und  Postscripto  zu  ersehen.
Wann  wir  dann  gewisse  Nachrichtung,  daß  die  geistlichen ­
  Churfürsten  ein  Schreiben  und  Ihre  Königl.  W.  ein
Ilandbrieflein  an  Eu.  Churf.  G.  abgehen  laßen,  darinnen  sie
suchen,  entweder  daß  Eu.  Churf.  G.  noch  in  der  Person  alhier
erscheinen  oder  dero  Abgesandten  mit  gnugsamer  Vollmacht
und  Instruction  in  einem  und  dem  andern  versehen  wollen,
als  sind  wir,  weil  die  namhaftig  gemachte  Zeit  sehr  kurz,  nicht
wenig  sorgfeltig,  ob  durch  die  angelegte  Ordinari  Post  bei  Eu.
Churf.  G.  unsere  Relationes  auch  zu  rechter  Zeit  ankommen
oder  erhalten  werden.  Haben  demnach  nicht  unterlaßen  sollen,
            
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