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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

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T  a  d  r  a.

und  nicht  allein  die  Cron  Böhmen  sondern  auch  die  benachbarte ­
  und  anstoßende  Länder  anstecken  und  verderben  möchte.
Ihre  Churf.  G.  weren  zwar  zu  Hinlegung  und  Richtigmachung
dieses  Werks  niemals  ersuchet  worden,  sie  miißen  sich  aber
darbei  erinnern,  was  ihr  hochtragendes  Churfürstliches  Ampt
erforderte  und  mit  sich  brächte,  wollten  demnach  nicht  unterlaßen ­
  sondern  gar  willig  sich  anerboten  haben,  auf  alle  Mittel
und  Wege  zu  denken,  wie  dieses  Unwesen  gestillet  und,  so
viel  zu  geschehen  müglichen,  beigelegt  und  Friede  getroffen
werden  möchte,  auch  darbeneben  den  weltlichen  Herrn  Churfürsten
  zu  bedenken  anheim  gestehet  haben,  weil  sie  je  so
hart  darauf  dringen  theten,  daß  vor  diesmal  das  Interpositionwerk ­
  der  angestellten  Königlichen  Wahl  Vorgehen  und  am
ersten  fürzunehmen,  ob  es  nicht  ein  Weg  und  rathsamb  sein
sollte,  daß  man  bei  itzo  wehrender  Zusammenkunft  die  Praeparatorien
  zu  solchen  Composition-Tag  machte,  gewisser  Ausschreiben
an  beide  streitende  Theil  mit  einander  sich  vergliche,  Zeit  und
Ort,  wann  solche  Handlung  von  dem  Churfürstlichen  Collegio
künftig  voi’genommen  wei'den  sollte,  darinnen  benimmete  und
alles  dasjenige  was  sonsten  zu  Beförderung  dieses  Wei-ks  nützlichen, ­
  gut  und  heilsamblichen,  berathschlagen  hülfe.  Daß  aber
der  itzo  angesetzte  Wahltag  so  lang  vei’schoben  werden  sollte
bis  das  böhmische  Unwesen  gestillet  und  beede  kriegende  Theil
mit  einander  verglichen  würden,  darzu  und  zu  solchem  Vorschläge ­
  könnten,  wollten  und  vermöchten  sie  sich  nicht  zu
verstehen.  Dann  sie  vermög  der  güldenen  Bull  fundatam  intentionem
  vor  sich  hetten,  binnen  was  vor  einer  Zeit  der  Wahltag
ausgeschrieben,  was  zu  der  Herrn  Churfürsten  Ankunft  darbei
vorzunehmen  und  wie  bald  derselbige  hernacher  geendet  und
vollbracht  werden  müßte,  solcher  disposition  aureae  bullae,
darauf  sie  geschworen,  gedächten  sie  nachzukommen  und  keineswegs ­
  darvon  zu  weichen,  zu  welchem  Ende  dann  auch  dieser
Wahltag  angesetzt  worden  und  sie  neben  dem  Könige  in  der
Pei'son  mit  schweren  Unkosten  anhero  gelanget  weren,  wollen
auch  verhoffen,  daß  niemand  zu  finden  sein  der  sie  verdenken
würde,  daß  sie  über  solcher  Ordnung  steif  und  fest  hielten
und  demjenigen  nachkämen,  darzu  sie  dieselbige  verbinde.
Ihres  Ermessens  wei’e  es  und  billig,  daß  dieses  bei  angestelltem
Wahltage  voi’genommen,  gehandelt  und  verrichtet  würde,  warumb
            
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