Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

568

T  a  d  r  a.

Was  den  bei  des  Königs  Einzug  verschienenen  18.  dieses
verübten  Tumult,  welchen  Chur-Mainz  und  Cöln  gar  hoch
empfunden,  betrifft,  ist  ingesambt  dahin  geschlossen  worden,
im  Namen  des  Churfürstl.  Collegii  es  bei  dem  Rath  gebührlichen ­
  zu  anden,  auch  mit  besondern  Ernst  und  Fleiß  daran
zu  sein,  damit  der  Rath  es  dahin  richten  wolle,  daß  solche
Thätlichkeiten  künftig  verbleiben  und  andere  Ungelegenheiten
daraus  nicht  entstehen  und  man  bei  jetziger  Zusammenkunft
sich  derer  zu  beschweren  haben  möge.  Und  nachdem  Eu.
Churf.  Gr.  wir  in  nechstem  Bericht  angedeutet,  derselben  von
solchen  Tumult  weitere  particularia  zuzuschreiben,  ist  es  an
deme,  daß  Sontags  den  18.  Juli  gegen  Abend  ungefehr  zwischen
4  und  5  Uhren  sich  solcher  Auflauf  in  der  Stadt  erhoben,
also  daß  die  Bürger  und  dero  Soldaten  in  geschwinder  Eil  zu
Wehren  gegriffen,  die  Thor  angesperret,  die  Ketten  vor  die
Gassen  zugezogen,  auch  in  solchen  Tumult  ein  Churcölnischer
Sattelknecht  vom  Gaul  gestochen  worden.  Ist  aus  einem  Mißverstände ­
  lierkommen,  indem  der  Churfürst  zu  Mainz  dem
König  Ferdinando,  weil  S.  Königl.  W.  nur  gleichsamb  auf  der
Post  mit  Landkutschen  ankommen  etzliche  Reisige  entgegen
schicken  wollen,  zwischen  welchen  und  der  Wache  am  Thor
sich  ein  Wortgezänke  erhoben,  dardurch  eine  unbedächtige
Rede  unter  die  Bürgerschaft  kommen,  als  wollte  man  sich
etwan  des  Thores  bemächtigen,  ist  aber  bald  wieder  gestillet
worden.
Darbeneben  berichten  Eu.  Churf.  G.  wir  auch  gehorsambst,
als  verschienen  17.  dieses  das  erste  mal  zu  Rath  angesagt
worden  und  die  drei  geistlichen  Churfürsten  auf  dem  Römer
am  gewöhnlichen  Ort  und  Stelle  Zusammenkommen,  haben  sie
der  Cognition,  ob  unsere  eingehändigte  Vollmacht  der  güldenen
Bull  gemeß  und  also  zuläßlichen  oder  nicht,  ausgeschlossen
Churpfalz  und  Brandenburg  allein  angemaßt.  Wann  dann  die
Pfälzischen  und  Brandenburgischen  Abgeordneten  solches
empfunden  und  daß  solch  Erkanntniß  nicht  vor  die  anwesenden
Churfürsten,  so  in  der  Person  alliier,  alleine  sondern  auch  der
abwesenden  Churfürsten  Gesandten,  derer  Vollmachten  richtig
befunden  worden,  zugleich  mit  gehörte;  als  haben  die  drei
geistlichen  Churfürsten  nach  geschehener  Zurede  sich  dahin
vernehmen  laßen,  daß  solches  nicht  vorsetzlichen  erfolget,  den
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.