Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

Zur  Kaiserwahl  1619.

567

WS1

Wahl  tiigeri  mit  Einquartirung  frembder  und  ausländischer  Potentaten ­
  Gesandten  es  anders,  als  von  den  Herrn  Geistlichen  vorgegeben, ­
  gehalten  worden.  Dieweil  aber  vor  dießmal  sowohl
auch  wegen  des  folgenden  Punkts  man  sich  einer  gewissen
und  einhelligen  Meinung  nicht  vergleichen  hat  können,  sind
diese  Punkten  bis  zur  künftigen  Ansage  und  Consultation  ausgesetzt ­
  und  verschoben  worden.  Inmaßen  dann  bei  itzo  angedeuteten ­
  vierten  Punkt  die  Herrn  Geistlichen  auch  einer  andern
und  dieser  Meinung  gewesen,  daß  man  vor  allen  Dingen  den
Wahltag  und  was  solchem  anhengig  befördern  und  fortsetzen,
hernacher  aber  das  Interpositionwerk  ingesambt  an  die  Hand
nehmen  solle,  und  solches  aus  denen  Ursachen,  daß  die  güldene
Bull  in  dem  Fall  wie  es  darmit  zu  halten  gewisse  Maß  gebe,
so  wäre  das  von  Chur-Mainz  verfertigte  Ausschreiben  nicht
auf  eine  Interposition  sondern  auf  einen  Wahltag  gerichtet,
welchem  zu  Folge  König  Ferdinand  sowohl  die  drei  geistlichen
Churfürsten  in  der  Person  erschienen,  da  es  sonsten  durch
Gesandte  mit  viel  wenigem  Unkosten  verrichtet  werden  und
geschehen  hätte  können;  so  wären  auch  etliche  unter  den
Churfürsten,  als  Trier  und  Cöln,  derentwegen  gar  nicht  ersucht
worden,  daß  man  also  nicht  wissen  könnte,  ob  zu  Hinlegung
dieses  Unwesens  Ihrer  Churf.  G.  Personen  den  Böhmen  auch
annehmlichen  oder  nicht  sein  möchten  und  was  dergleichen
mehr  angezogen  worden.
Dargegen  neben  den  Churpfälzischen  und  Brandenburgischen
  wir  aus  denen  in  Eu.  Churf.  G.  uns  mitgegebenen
Instruction  befindlichen  Ursachen,  welche  wir  nach  der  Länge
angeführt,  darfür  gehalten,  daß  vor  allen  Dingen  zu  Handhabung ­
  des  Churfürstlichen  Collegii  Hoheit  und  Dignität  auch
nach  Gelegenheit  des  jetzigen  betrübten  Zuestands  im  Reich,
da  fast  ganz  Deutschland  in  motu  und  Kriegsverfassungen
stünde,  hochnothwendig  sein  wollte,  zwischen  beeden  streitenden
Parteien  die  Friedenshandlung  vorzunehmen  und  solche  dem
Wahltage  vorzuziehen.  Nachdem  aber  solche  beede  Punkt,
wie  oben  gemeldet,  denselbigen  ferner  nachzudenken,  von
den  geistlichen  Churfiirsten  aufgenommen  worden,  als  soll
Eu.  Churf.  G.  bei  ehester  Gelegenheit,  wobei  es  endlichen
verbleiben,  von  uns  unterthenigster  Bericht  überschickt
werden.

I
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.