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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

Znr  Kaiserwalil  1619.

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Mainzisclien  Canzler  auf  Befehl  seines  gnedigsten  Churfürsten
und  Herrn  in  Rath  und  zur  Umbfrage  desselbigen  Tags  proponirte
  Punkten,  weil  solche  zimblich  weitleufig  und  nicht  von
geringer  Importanz,  auch  die  Zeit  mehrern  theils  verfloßen
gewesen,  es  vor  gut  angesehen,  daß  solche  den  Sachen  inmittelst ­
  weiter  nachzudenken  bis  auf  folgenden  Dienstag  verschoben ­
  worden.  Als  man  nun  den  20.  dieses  genommenen
Verlaß  nach  in  Rath  wieder  zusammen  kommen  und  einen
Punkt  nach  dem  andern  in  gebührliche  Deliberation  gezogen,
ist  es  zwar  bei  denen  in  unser  Relation  angedeuteten  und
abgehandelten  Punkten  allerdings  verblieben,  daß  nemblich
dem  Rath  und  Bürgerschaft  alhier  die  Notul  des  Eydes,  welchen
sie  dem  hochlöblichen  Churfürstlichen  Collegio,  solches  in  ihren
Schutz  und  Gewahrsam  zu  nehmen,  dem  Herkommen  nach  zu
leisten  schuldig,  sich  darinnen  zu  ersehen,  zuegestellet,  desgleichen ­
  ihnen  der  anwesenden  Herrn  Fürsten  und  Gesandten
Förierzettel  überantwortet  werden  möchte,  nicht  zwar  zu  dem
Ende,  daß  bei  ihnen  dem  Rath  stehen  sollt,  hierinnen  zu
erkennen  oder  Ziel  und  Maß  zu  geben,  wie  viel  Diener  ein
oder  der  andere  Churfürst  mit  sich  herein  bringen  oder  alhier
in  der  Anzahl  behalten  möchte,  dann  solche  cognitio  einig  und
allein  dem  Churfürstlichen  Collegio  zustünde,  derer  Churf.  G.
sich  über  diesen  Punkt  mit  einander  künftig  wohl  zu  vergleichen ­
  wissen  würden,  sondern  damit  sie  Nachrichtung  und
Wissenschaft  betten,  was  und  wie  viel  Diener  ein  jeder  Churfürst ­
  in  seinem  Comitatu  mit  anhero  gebracht,  auf  daß  dieselbigen
  von  den  andern  frembden  unterschieden  werden  und
der  Rath  dahero,  wem  und  was  sie  vor  Leuten  diesen  Collogialtag
  über  Schutz  und  Schirm  zu  leisten  schuldig  weren,  wissen
könnten.
Soviel  den  dritten  im  Churfürsten-Rath  proponirten  Punkt
anlanget,  ob  nemblichen  die  von  den  Herrn  Directoren  der
Cron  Böhmen  anhero  abgefertigte  Gesandten  in  die  »Stadt  und
hernacher  ihre  Werbung  abzulegen  zur  Audienz  in  das  Churfürstl.
  Collegium  zu  laßen  sein  sollen,  seind  bei  Beratschlagung
desselbigen  ungleiche  und  widerwertige  Meinungen  vorgefallen,
dann  die  ^geistlichen  Herrn  Churfürsten  sind  in  denen  Gedanken
gestanden,  weil  die  güldene  Bull  in  diesem  Fall  gewisse
und  klare  Maß  gebe,  daß  frembder  Herrn  und  Potentaten
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