Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

Zur  Kaiserwalil  1619.

557

Continuirung  derselben  könnten  Ihre  Churf.  G.  nicht  unterlaßen, ­
  uns  zu  berichten,  daß  die  Pfälzer  ihr  gestriges  Tages
in  pleno  gegebenes  votum  wegen  des  Eydes  der  Bürgerschaft
und  Securitat  der  anwesenden  Churfürsten  und  dero  Gesandten
ezlicher  maßen  in  dubium  ziehen  und  allerei  Difficultäten
erregen  wollten,  inmaßen  dann  heute  Vormittag  umb  8  Uhr
der  Herr  Oberhofmeister,  Graf  Hans  Albrecht  von  Solms  etc.
bei  S.  Churf.  G.  gewesen,  sich  kraft  habenden  Befelchs  wegen
Chur-Pfalzens  zur  Vertraulichkeit  neben  Ueberantwortung  eines
Credenzschreibens  anerboten  und  sonderlich  gesucht,  daß  mit
der  Wahl  nicht  geeilet,  sondern  die  Compositio  der  böhmischen
Unruhe  vorhergehen  möchte.  Darauf  sich  Chur-Mainz  erklärt,
dem  Herrn  Grafen  würde  noch  gutermaßen  wissend  sein,  was
jüngsten  zu  IPeidelberg,  da  Ihre  Churf.  G.  beederseits  zusammen
kommen  und  in  Freundschaft  und  guter  Nachbarschaft  sich
freundlich  besprochen  und  ersehen,  der  Verlaß  allenthalben
gewesen,  nemlich  Ihre  Churf.  G.  zu  Mainz  wollen  fast  Zusagen,
durch  dero  Mit-Churfürsten  es  dahin  zu  dirigiren,  daß  die
Königliche  W.  die  ganze  traetationem  wegen  der  böhmischen
Unruhe  dem  Churfürstlichen  Collegio  sollte  lediglich  anheim
stellen,  man  wollte  nur  vermög  der  güldenen  Bull  der  Citation
und  zu  rechter  Zeit  ausgefertigten  Denunciationschreiben  die
Wahl  vorher  gehen  laßen,  mit  welchen  Abschied  dann  als  der
Churfürst  Pfalzgraf  zufrieden  gewesen  und  acquiescirt,  damit
in  und  außerhalb  Reichs  man  nicht  in  die  Gedanken  gerathe,
die  Churfürsten  wären  nicht  mit  einander  ein  io-,  könnten  sich
der  Wahl  nicht  vergleichen  und  müßten  also  mit  großen  vorgeblichen ­
  Unkosten  und  Nachtheil  derer  Lande  und  Leute
alhier  liegen.  Begehrten  demnach  gnedigst,  weil  S.  Churf.  G.
es  teutsch  und  aufrichtig  mit  dem  Reich  meinete  und  sich  aller
Treue  zu  uns  den  Sächsischen  Abgesandten  versehe,  wir  wollten
Sr.  Churf.  G.  unsere  Gedanken  hierinnen  eröffnen  oder  zum
wenigsten  die  Churpfälzischen  dahin  persuadiren,  damit  gleichsamb
  zum  Anfang  nicht  mehr  Mißtrauen  causirt,  sondern  das
bevorstehende  Wahlwerk  in  guter  Freundschaft  fortgesetzt  und
befördert  werden  möge.
Darauf  gegen  S.  Churf.  G.  wir  uns  nachfolgender  maßen
unterthenigst  vernehmen  laßen:  Wir  weren  auf  Sr.  Churf.  G.
Erfordern  gar  willig  erschienen  und  was  S.  Churf.  G.  in  Ver-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.