Zur Kaiserwahl 1619.
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IX.
Die kursächsischen Gesandten zu Frankfurt an den
Kurfürsten.
(Original dd. 19./29. Juli 1619. Fol. 308.)
Durchlauchtiger etc.
Wir wollen nicht zweifeln, Eu. Churf. G. werden nunmehr
unsere Relationes sub dato den 15. und 16. dieses zu
dero Händen bekommen haben und sollen Eu. Churf. G. unterthänigst
nicht bergen, daß der Churfürst zu Trier etc. eodem
die Nachmittage umb vier Uhr auf beschehenes unterthänigstes
Suchen uns zur Audienz gnedigst erfordern laßen, da wir dann
zu unserer Ankunft in Ihrer Churf. G. Losament von dero
fürnembsten Officieren, Grafen, Herrn und von Adel stattlich
excipirt und zur Audienz begleitet worden und Eu. Churf. G.
uns mitgegebener Instruction zu gehorsamer Folge haben wir
anfänglichen die gewöhnlichen Complimenti, salutationes und
was deme anhängig gebührlichen verrichtet, auch Eu. Churf.
G. Schreiben zurecht überantwortet, Eu. Churf. G. vor diesmal
nicht erscheinen in besten entschuldiget, deroselben legitima
impedimenta mit Fleiß angezogen mit Andeutung, weil Eu.
Churf. G. aus den angezogenen Verhinderungen deroselben
Stelle vor diesmal nothwendig durch Gesandten zu vertreten
Verordnung thuen müßen, als hetten Eu. Churf. G- nichts
desto weniger uns ingesambt gnedigst auferlegt und befohlen,
den vorfallenden deliberationibits mit Fleiß beizuwohnen und
in allweg dahin zu sehen, damit die böhmische Unruhe gestillet
und die bevorstehende Wahl befördert werden möchte.
Darauf S. Churf. G. sich wegen der angebrachten Salutation
und freundtlichen Zuentbietens zum höchsten und freundbriiderlichen
bedankt mit herzlichen Wunsch, daß Gott der
Allmächtige Eu. Churf. G. dem heiligen Römischen Reich, dem
geliebten Vaterland teutscher Nation, wie auch deroselben Churtürstenthumb,
Landen und Leuten zu besonderen Aufnehmen
und Gedeien eine geraume Zeit bei langem Leben, bestendiger
Gesundheit und aller Prosperität erhalten und mit zeitlicher
und ewiger Wohlfarth an Leib und Seel reichlich segnen wollte.
Und obwohl Ihre Churf. G. die Ursachen, so Eu. Churf. G.
wegen der persönlichen Nichterscheinung Vorbringen laßen, vor