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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

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T  adra.

Wichtigkeit  der  Sachen  die  nachfolgenden  Stimmen  hierüber
zu  vernehmen  sich  erkleren  möchte,  und  do  man  es  also  vorbrechte,
  möget  ihr  an  unserrn  Ort  auch  in  generalitate  illa
verbleiben,  und  dem  Chur-Pfälzischen  voto  nicht  vorgreifen,
würde  aber  Chur-Pfalz  etc.  in  seinem  voto  auf  prorogationem
des  Wahltags  gehen,  alsdann  an  eurem  Ort  dahin  vernehmen
laßen,  daß  uns  nicht  unbewust,  zu  was  Ende  von  dem  Herrn
Churftirsten  zu  Mainz  etc.  dieser  Tag  aus-  und  die  sämbtlichen
  Churfürsten  darzu  beschrieben  worden,  es  hette  auch
Chur-Mainzens  Ld.  hieran  billig  undt  recht  und  dasjenige
gethan,  was  deroselben  Ampt  und  die  güldene  Bulla  erforderte,
es  were  uns  auch  nicht  unbekannt,  was  einem  jedem  Churfürsten ­
  diesfalls  oblege  und  mehr  angedeutete  güldene  Bull
auch  sub  poena  denselben  auferlegte,  insonderheit  aber  wie
hoch  und  viel  daran  gelegen,  daß  das  heil.  röm.  Reich  förderlichst ­
  wiederumb  mit  einem  tüchtigen  und  wohl  qualiticirten
Haupt  versehen  werden  möchte,  sonderlich  bei  diesen  sorglichen ­
  und  ganz  gefährlichen  Zeiten,  da  man  eines  Haupts  wohl
bedürfte,  auch  ohne  dies  alle  interregna  tarn  tempore  pacis
quam  belli  vielen  periculis  und  andern  Ineommoditäten  unterworfen, ­
  daher  desto  schleuniger  und  ohne  allen  Verzug  die
Ersezung  hoch  nothwendig,  unsers  theils  weren  wir  auch  geneigt,
dem  Herkommen  und  der  güldenen  Bull  ein  Gniigen  zu  thun
und  nicht  zu  verstatten,  daß  das  röm.  Reich  deßenthalben  in
Gefahr  gesezt,  die  sämbtlichen  Churftirsten  deßen  Verweis  bei
Aus-  und  Inländischen  und  der  werthen  Posterität  haben,  oder
andern  Anlaß  gegeben  werden  möchte,  auf  solche  Vacanz  ein
Aug  zu  werfen  und  ichtwas  anders  zu  practiciren.
Allein  wolten  wir  auch  dafür  halten,  dahin  sonderlich  zu
sehen  sein  wolte,  damit  solche  Wahl  frei,  ohne  Furcht  und
Zwang  und  in  persönlicher  Gegenwart  der  sämbtlichen  Churfürsten ­
  geschehen  und  erfolgen  möchte.  Nachdem  aber  vor
Augen,  mit  was  vor  großer  Menge  Kriegsvolk  das  heil.  röm.
Reich  umbgeben,  auch  in  demselben  fast  bei  allen  Ständen  sich
vor  Kriegsverfassungen  befinden,  so  köndte  gar  leichtlich  davon
sinistre  judicirt  werden,  wann  bei  solchen  sorglichen  Zeiten  und
großen  Kriegsrüstungen  die  Wahl  vor  die  Hand  genommen
würde,  als  were  dieselbe  nicht  frei,  sondern  aus  Furcht  erfolget,
bevoraus  wann  der  subjectorum  halben  Discrepantien  mit  unter-
            
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