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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

Zur  Kaiserwahl  1619.

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sondern  zuvorderst  und  vor  allen  Dingen  tranquillitas  publica
durch  Vermittelung  des  Churf.  Collegij  reparirt,  uf  daß  hiernechst
  umb  so  viel  desto  sicherer,  freier  und  ohne  ungleichen
Nachklang  und  Verwieß  so  wol  bei  andern  Ständen,  als  auch
der  lieben  Posterität  zu  der  Wahl  eines  Haubts  geschritten,
und  ein  solch  subjectum  darzu  erwählet  werden  möge,  bei
welchem  bestendiger  Fried  und  Ruhe  im  Reich  und  gleichmeßige
  Justitia  zu  hoffen,  und  also  hierdurch  zuverhüten,  daß
im  widerigen  nicht  etwan  unversehens,  sonderlich  bei  den  jetzt
in  Schwang  gehenden  Kriegsverfaßungen  ein  solch  Feüer  im
Reich  ufgehen  möchte,  welches  hernacher  so  balden  nicht  zu
löschen.  Und  dieses  alles  können  wir  anderst  nicht  ermessen,
als  daß  es  der  güldenen  Bull,  des  h.  Reichs  Satzungen  und
dem  alten  ufrichtigen  teutschen  Vertrauen  gemeß  seie,  dem
Reich  und  deßelben  Ständen  auch  in  viel  Weg  nicht  wenig
daran  gelegen  sei,  als  daß  man  etwan  einer  geringen  Zeit
halben,  dardurch  man  zu  dem  erwünschten  Friedenstand  desto
ehender  gelangen  könte,  viel  und  großen  Nachdenkens  pflegen
und  darüber  scrupuliren  wollte.  Und  hierin,  wie  wir  uns  keinen
Zweifel  machen,  werden  E.  Ld.  mit  uns  einig  sein,  auch  ihre
Gesandten  zu  solchen  scopo  instruiren  und  abfertigen,  daß  sie
sich  nemblich  mit  und  neben  den  unseligen  in  keine  andere
Handlung  einlaßen,  es  werden  dann  zuvorderst  ersprießliche
Mittel  zu  Erlangung  Friedens  in  dem  Königreich  Böhmen  und
mehrern  Vertrauens  im  Reich  selbsten  gefunden  und  mögen
wir  E.  Ld.  dabeneben  freund-vetterlich  nicht  verhalten,  daß
die  Königl.  Wrd.  in  Großbrittanien  unser  freundlicher  geliebter
Herr  Schweller  Vater,  vor  wenig  Tagen  einen  sonderbahren
Gesandten  ins  Reich  zu  dem  End  abgefertigt,  welcher  bei  König
Ferdinando  und  den  Ständen  in  Böhem  einen  Versuch  thun
soll,  ob  noch  Mittel  zur  Wiederbringung  Friedens  vorhanden
und  bei  beden  Partheien  statt  finden  möchten,  und  ist  zwar
dieses  alles  uf  des  Königs  in  Spanien  selbst  Begehren  geschehen,
als  wir  dann  unsers  theils  von  Herzen  wünschen,  daß  solche
Schickung  den  vorgestellten  Zweck  erreichen  möge,  wir  haben
jederzeit  zu  Frieden  treulich  gerathen,  auch  das  unsere  nach
Möglichkeit  dabei  gethan,  seinds  auch  noch  ferner  zu  thun  erböttig,
  waran  es  aber  bestanden,  ist  guter  maßen  bekannt,  und
hat  die  Erfahrung  geben,  daß  man  sich  nie  sterker  andern
            
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