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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

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T  a  d  r  a,

vor  allen  Dingen  das  böhmische  Wesen  in  einen  andern  und
beßern  Stand  gebracht,  sonsten  alle  gute  und  nützliche  Anordnungen ­
  ohne  heilsamen  effect  ablaufen,  auch  wol  noch
größere  Weitleuftigkeiten  daher  verursacht  werden  dürften,  wie
wir  dann  auch  in  denen  Gedanken,  daß  wan  man  gleich  anfangs ­
  mit  gemeinen  Consens  der  Churfürsten  dahin  gangen,
noch  Zeit  gnug  übrig  gewesen  were,  zu  solchem  Werk  zu
gelangen,  welche  aber  anietzten  vorüber,  und  der  Termin  zum
Wahltag  vor  der  Thür  ist,  dabei  wir  dann  auch  laßen,  und  den
Ausgang  Gott  befehlen  müßen.  Gleich  wie  aber  E.  Ld.  aus
eingeführten  Ursachen  sich  bei  dem  Wahltag  in  der  Person
einzustellen  abgehalten  werden,  wie  dann  dieselben  erheblich
und  E.  Ld.  umb  so  viel  mehr  bei  dem  Churf.  Collegio  entschuldigt ­
  sein  können;  als  hat  es  mit  uns  ebenmeßige  Beschaffenheit, ­
  indem  die  ganze  in-  und  durch  das  Reich  geführte
spanische  Kriegsmacht  nur  etlich  wenig  Meilen  von  unsern
Fiirstenthumb  in  Bayern  sich  befindet,  und  durch  unerhörtes
und  unmenschliches  Brennen,  Morden  und  Rauben  im  Königreich ­
  Behem  fast  menniglich,  auch  in  der  Nachbarschaft  in
großer  Forcht  und  Gefahr  setzt,  soviel  da  mehr,  weil  verlauten
will,  daß  wegen  Mangel  der  Zahlung  man  gedachten  Volks
nit  mehr  mächtig  sei,  daher  uns  dann  als  dem  Landsfürsten
obliegen  und  gebühren  will,  zu  Trost  und  Rettung  unserer
armen  Land  und  Underthanen  uns  in  der  Person  in  unser
Land  und  Fürstenthumb  in  Obern  Bayern,  da  dannen  aus  verhoffendlich
  sich  Gelegenheit  an  Hand  geben  wird,  uns  mit
E.  L,  in  der  Person  freundlich  zu  besprechen,  zubegeben,
welches  dann  eben  in  die  Zeit  des  Wahltages  fallen  wird  und
wir  Mainz  Ld.  solch  unser  nohtgedrungenes  Vorhaben  entdeckt,
zugeschweigen  deßen,  was  underschiedliche  Römisch  Catholische
unsern  Landen  ringsumb  her  benachbarte  Stand  für  starke
Werbungen  und  Kriegspraeparationes  angestelt  haben,  daher
wir  verhoffen  wollen  bei  unsern  Mit  Churfürsten  nit  weniger
entschuldigt  zu  sein;  damit  aber  auch  unsers  theils  kein  Mangel
erscheine,  unsere  Gesandten  in  termino  nacher  Frankfurt  abzufertigen. ­
  Ersuchen  und  bitten  E.  Ld.  ganz  freundlichst,  Sie
wollen  ihren  Gesandten  uftragen,  mit  den  unserigen  gute  vertraüliche
  Correspondenz  zu  halten,  in  allen  zuvox-derst  dahin
zu  trachten  und  zu  arbeiten,  daß  die  Wahl  nicht  übereilet,
            
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