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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

Zur  Kaiserwahl  1619.

533

III.
Der  Kurfürst  Friedrich  von  der  Pfalz  an  den  Kurfürsten
von  Sachsen.
(Original  (ld.  27.  Juni/7.  Juli  1619.  Fol.  221.)
E.  Ld.  zwei  underschiedliche  Schreiben  vom  10.
und  18.  dieses  zu  End  laufenden  Monats  Juni,  betreffend  den
bevorstehenden  Wahltag,  seind  uns  zu  recht  wohl  eingeliefert
worden,  deren  Inhalt  wir  auch  ablesend  mit  mehrerm  verstanden ­
  und  hette  die  Danksagung  für  die  von  uns  geschehene
communication  deßen,  was  Mainz  L.  durch  einen  sonderbaren
Gesandten  ermelten  Wahltags  halben  bei  uns  anbringen  laßen,
und  wir  deroselben  darauf  zur  Antwort  geben,  keineswegs  bedürfft,
  sintemal  der  gegenwärtige  betrübte  Zustand  im  Reich,
bei  deme  das  gemeine  evangelische  Wesen  in  so  großer  Gefahr ­
  begriffen,  dergleichen  vertrauliche  Correspondenz  in  allweg
erfordert,  wir  auch  dieselbe  zu  continuirn  umb  so  viel  mehr
geneigt  seind,  weiln  die  Kriegsverfaßungen  je  lenger  je  mehr
zunehmen  und  fast  kein  Mittel  zu  sein  scheinen  will,  dardurch
gegenwärtiges  gefehrliches  Wesen  in  beßeren  Stand  gebracht
werden  möchte,  und  müßen  unsers  theils  nachmalen  bekennen,
daß  der  Churfürsten  Ambt  in  allweg  erfordert,  bei  solchen
Gefehrlichkeiten  vor  allen  Dingen  ihre  consilia  dahin  zu
richten,  daß  Fried  und  Ruhe  wiederbracht  werde,  als  wir
dann  unsers  theils  dahin  jederzeit  gesehen  und  allein  umb
solcher  und  keiner  andern  Ursacli  willen  eine  geringe  Dilation
des  Wahltags  wohneinend  vorgeschlagen  und  uns  darunder
bemühet  haben,  und  zwar  nicht  allein  durch  Gesandte  und  in
Schriften,  sondern  auch  dieser  Tagen  mit  Mainz  Ld.  in  der
Person  bei  unserm  Hoflager  zu  Heidelberg  uns  hieraus  vertreülich
  underredet,  dabei  aber  so  viel  verspürt  haben,  daß
S.  Ld.  nachmalen  in  denen  Gedanken,  ob  müste  man  vor
allen  Dingen  wiederumb  ein  Haubt  im  Reich  wissen,  und  alßdan
  erst  von  Wiederbringung  Fried  und  Ruhe  reden  und
handlen,  welches  wir  dann,  weil  S.  Ld.  zu  keinen  andern  zubewegen ­
  gewesen,  dahin  gestellt  sein  laßen  müßen,  wiewol  wir
gar  nicht  davor  halten  können,  daß  bei  so  gestalten  Sachen
und  des  andern  Theils  verspürter  intention,  solches  der  rechte
Weg  sei,  sondern  erachten  vielmehr  mit  E.  Ld.  daß,  wo  mit
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