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Tadra.
Gedanken nit übel vermerken, S. L. verstehen den angezogenen
Paß der gülden Bull dahin, als wann er nur uf die
Churlandfürstliche Agnaten gemeinet seie, da zwischen denselben
sich Streit ereigen sollte, daß derjenige so unter denen
im Besitz der Landen were vor ein Churfürsten zu halten seie,
wie das Exempel mit der Administration der Churpfalz auch
hiebei angezogen worden; weil aber hier der König mit keinen
Agnaten es zu thun, auch über das mit den Landen belehnet,
gekrönt und ihme gehuldigt seie, wollten S. L. darfür halten,
daß Ihre Königl. W. obschon dero Lande mit deroselben in
offenen Krieg gerathen, nit auszuschließen seien. Was auch
Eu. L. mir freundlich befohlen bei S. L. zu erinnern, ob nernblich
die Composition des böhmischen Unwesens vor allen
Dingen vorgenommen und mit Consens der sämptlichen Churfürsten
der Wahltag prorogirt werden möchte, das habe ich
gleichfalls verrichtet, S. L. aber haben die Antwort geben, daß
solches vor der Wahlhandlung nit wol würde geschehen können,
wie sie dann ihrer beider geistlichen Mitchurfürsten Meinung
auch dahin gericht vermerkt, nach Vollendung derselben aber
werde ihnen gar nit zuwider sein, die böhmische Sach auch
vor die Hand zu nehmen und zu vergleichen. Welches ich
Eu. L. zu dero Nachrichtung ich also freundlich vermelden
wollen mit Bitt, Eu. L. diese meine Verrichtung, da ich etwa
gefehlet nit übel vermerken, sondern sich gewiss versichern
wollen, daß ich mit bestendigen getreuen Herzen Eu. L. getreuer,
dienstwilliger Vetter, Bruder und Gevatter bleiben
werde bis in mein Todt, Eu. L. damit göttlicher Protection
sambt allen deren herzliebsten Angehörigen ganz treulich
empfehlend.
Datura Darmstadt 20. Juni Ao. 1619.
Ludwig zu Hessen m. p.
P. S.
Eu. L. berichte ich auch freundlich, daß morgen den
21. Junij des Herrn Churfürsten zu Mainz L. zu des Herrn
Churfürsten Pfalzgrafen L. nach Heidelberg reisen wird, S. L.
sind vom Churfürsten Pfalzgrafen dahin gar fleißig eingeladen
und gebeten worden.