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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

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T  a  d  r  ä.

thun  erbötig  weren,  damit  man  also  unverlengt  den  Sachen
einen  Anfang  machen  und  die  Citationes  itzo  alsbald  sowohl
an  den  König  als  die  Stände  von  Frankfurt  aus  fertigen  könnte,
wann  auch  solche  Composition  erfolget,  das  Churfürstliche
Collegium  also  richtig  ergenzet,  das  Kriegs  volle  licentiirt  und
alles  wieder  in  ruhigen  Stand  gebracht,  uf  den  Fall  könnte'
man  sicher  zur  Wahl  schreiten,  da  Eu.  Churf.  G.  erbötig,  daß
sie  sich  die  Zeit  aller  Gebühr  bezeigen  und  desselben  hernach
vermittels  göttlicher  Verleihung  ebenmeßig  willig  ab  warten
wollten,  worunter  dann  S.  Churf.  G.  ferner  in  Sonderheit  zu
erwägen,  obwohl  solche  Prorogation  etwas  ungewöhnlich,  daß
doch  die  Zeiten  im  heiligen  Reich  itzo  also  beschaffen,  daß
man  anders  nicht  thun  könnte,  zu  dem  die  richtige  Ersetzung
des  Churfürstlichen  collegii,  wie  hier  oben  nach  der  Länge  erwähnet, ­
  in  alleweg  nothwendig,  die  aber  vor  Stillung  des  böhmischen ­
  Unwesens  nicht  erfolgen  möchte,  zu  geschweigen,  daß
einem,  der  bei  einem  solchen  Zustande  und  da  das  Churfürstliche ­
  Collegium  nicht  richtig  ergänzet,  zum  Römischen  König
erwählet,  leicht  objicirt  werden  dürffte,  daß  er  unter  andern  von
einem  solchen  Churfürsten  eligirt,  der  sich  zur  Churfürstlichen
Dignität  nicht  gepiirlich  legitimirt.  So  könnte  auch  solche  prorogatio ­
  des  Wahltags  anderer  Gestalt  nicht  als  cum  consensu
omnium  Electorum  (obzwar  sonsten  der  Herr  Churfürst  zu  Mainz
die  Ausschreibung  dessen  vor  sich  alleine  thun  kann)  geschehen,
der  aber  auf  itzigen  Tag  (welchen  Eu.  Churf.  G.  einen  Weg  als
den  andern  zu  beschicken  gemeint)  am  füglichsten  zu  erlangen.
Und  were  über  dies  alles  nichts  neues,  dass  in  denen
Sachen  die  nicht  essentialia  der  Wahl  als  dem  Ort  darzu  sowohl ­
  zur  Krönung,  die  sonst  zu  Aach  verrichtet  werden  müßte,
desgleichen  dem  Eide  des  Raths  zu  Frankfurt  bei  der  Wahl
und  also  auch  diese  Prorogation  mit  gemeiner  Bewilligung  der
sämptlichen  Churfürsten  a  dispositione  aureae  bullae  in  etwas
abgeschnitten  würde,  daß  also  der  Herr  Churfürst  zu  Mainz
hierunter  so  groß  Bedenken  nicht,  sondern  Eu.  Churf.  G.  getreuen ­
  Wolmeinung  sich  mehr  zu  accommodiren  überfliißig
Ursach  hette,  mit  dem  fernem  Anhang,  da  dieses  nicht  in
acht  genommen,  daß  dieselbe  dero  obliegenden  Pflicht  nach  dergleichen ­
  bei  itziger  Zusammenkunft  publice  fürbringen  zu  laßen
und  endlich  darbei  zu  verharren  nicht  würden  fürüber  können.
            
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