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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

Zur  Kaiserwahl  1619.

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welchem  allen  dann  Eu.  Churf.  Gr.  selbst  gnädigste  gute  Wissenschaft ­
  haben.  Und  die  weil  wir  die  Beisorge  tragen,  da  dieses
alles  erst  auf  dem  Wahltag  publice  erinnert  werden  sollte,  es
möchte  Ihrer  Königl.  W.  König  Ferdinando  fast  zu  etwas
Unglimpf  gereichen,  wir  aber  gleichwol  nicht  sehen,  da  nicht
andere  Mittel  getroffen  wie  solches  füglich  zu  unterlaßen,  in
Erwägung,  daß  Eu.  Churf.  Gr.  kraft  tragenden  Churfürstlichen
Ampts  in  alleweg  oblieget,  über  der  güldenen  Bulla  und  deren
Disposition  als  einem  lege  fundamentali  und  das  fürnemlieh  zu
Conservation  der  Herrn  Churfürsten  praeeminenz  gehörig  zu
halten  und  daraus  in  geringsten  nicht  zu  schreiten,  sintemahl
wann  die  aufgehoben  fast  keines  mehr  von  den  fürnehmbsten
legibus  Imperii  in  observantia  übrig  sein  würde;  da  auch  gleich,
wie  doch  nicht  zu  rathen,  dergleichen  Erinnerung  von  Eu.
Churf.  G.  Abgefertigten  nicht  geschehe,  woher  doch  die  Beisorg ­
  zu  tragen,  daß  nicht  etwa  dieselbe  von  den  Herrn  Churpfälzischen, ­
  Chur-Brandenburgischen,  oder  auch  wohl  gar  von
den  Ständen  der  Krön  Böhmen  erfolgen  möchte,  da  sie  dann
nicht  würden  vorüber  können,  ihre  Meinung  dero  Pflicht  und
güldenen  Bull  genieß  dabei  gleichfalls  fürbringen  zu  laßen.
Als  ruhet  bei  Eu.  Churf.  G.  gnedigsten  Gefallen,  ob  sie  Herrn
Landgraf  Ludwigs  F.  G.  bei  itzigen  deroselben  Anwesen  dessen
also  in  guten  Vertrauen  berichten,  dabeneben  auch  freundlich
ersuchen  wollten,  dem  Herrn  Churfürsten  zu  Mainz  hievon  ehist
miiglich,  weil  der  Wahltag  für  der  Thür,  ausführliche  Andeutung ­
  zu  thun,  S.  Churf.  G.  auch  dahin  beweglich  zu  ermahnen,
sie  wollten  in  Betrachtung  solcher  Uinbstände  die  Sachen  wohl
in  Acht  nehmen  und  es  dahin  richten,  damit  bei  itziger  Churfürstl.
  Zusammenkunft  (dabei  gleichwol  Eu.  Churf.  G.  aus  obangezogenen
  ehehafftlichen  Verhinderung  persönlich  sich  nicht
befinden  könnten)  nicht  etwa  Neuerung  eingeführet,  die  güldene ­
  Bulla  atfs  den  Augen  gesetzet  und  dadurch  schädtliche
Trennung  und  mehrere  Mißtrauen  im  Reich  angerichtet,  sondern
vielmehr  die  Wahl  eines  Römischen  Königs,  bis  die  böhmische
Unruhe  verglichen,  verschoben,  zu  Uebernehmung  solcher  Composition
  die  sämptlichen  Churfürsten  vom  Herrn  Churfürsten
zu  Mainz  beweglich  ermahnet,  auch  diejenige,  an  deren  persönlichen ­
  Erscheinen  gezweifelt,  ersucht  würden,  die  ihrigen
hierauf  zu  instruiren,  inmaßen  Eu.  Churf.  G.  dergleichen  zu
            
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