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T a d r ä.
Bei diesen und allen folgenden Berathungen des kurfürstlichen
Collegiums hatte sich König Ferdinand nicht betheiligt.
Er hatte sich aber entschieden sowohl gegen die Vertagung der
Wahl als auch ganz besonders gegen die Zulassung der Böhmen
vor das kurfürstliche Collegium ausgesprochen und dies auch
gegenüber den sächsischen Gesandten gethan. Diese hatten
nämlich am 30. Juli eine Audienz beim König, der ihnen,
nachdem die üblichen Formalien und Entschuldigungen beiderseits
vorgebracht wurden und der König sein Bedauern wiederholt
hatte, dass der Kurfürst von Sachsen nicht persönlich zur
Stelle sei, ,remotis consiliariis ad partem folgendermassen zugesprochen:
dass er sich der Cognition und judicio des kurfürstlichen
Collegii im böhmischen Wesen jetzt und künftig
gerne unterwerfen wolle, wofern es nur nicht wider seine Ehre
und Reputation liefe; dass man aber die böhmischen Abgesandten,
die dergleichen zu moviren befehligt wären, herein
und zur Audienz kommen lassen sollte, das könnte er keineswegs
verstatten noch nachgeben, wollte auch darfür gebeten
haben'. Am Ende sprach er den Gesandten gegenüber die Hoffnung
aus, dass zur Wahl selbst der Kurfürst vielleicht doch
noch erscheinen werde. 1
Diese Audienz und auch die bei den Berathungen gewonnene
Ueberzeugung, dass die geistlichen Kurfürsten weder
in Bezug auf die Verschiebung der Wahl noch auf die Zulassung
der Böhmen zu weichen gesonnen seien, bewirkten,
dass die sächsischen Gesandten bereits am 29. und 30. Juli an
ihren Herrn die Bitte richteten, ihnen in beiden Punkten sobald
als möglich seine Resolution zuschicken zu wollen, ,da sie
gewiss dafür halten, dass die geistlichen Kurfürsten auf ihrer
Meinung beharren und wann sie gleich ihr votum inständig
urgirten, zur Trennung und anderen besorgenden Offensionen
Ursach geben würden'.
Diese ihre Ansicht wurde bald gerechtfertigt. In der
nächsten Sitzung, die am 1. August stattfand, erklärten die drei
geistlichen Kurfürsten auf das entschiedenste, weder in dem
einen noch dem anderen Punkt nachgeben zu können, erboten
sich nur, zugleich mit den Gesandten der weltlichen Kurfürsten
1 Bericht der sächs. Gesandten dd. 22. Juli/1. August 1619.