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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

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T  a  d  r  a.

Verlangen  der  Böhmen,  König  Ferdinand  möge  von  der  Kur
ausgeschlossen  und  sie  selbst  dazu  gelassen  werden,  keine  Aussicht ­
  auf  Erfolg  habe.  Selbst  die  Pfälzer  erklärten  auf  eine
diesbezügliche  Anfrage  der  sächsischen  Gesandten,  dass  sie
nicht  im  Befehl  hätten,  ,des  Königs  erlangte  jurä,  possessionem
und  anderes  anzufechten',  wozu  dann  die  sächsischen  Gesandten
in  ihrem  Bericht  hinzufügen:  ,dass  aus  vielen  Umständen  abzunehmen, ­
  weil  Pfalz  dem  Könige  durch  Gesandte  gratuliren
und  den  Titel  eines  böhmischen  Königs  vielmals  geben  lasse,
dieser  passus  möchte  von  ihnen  wohl  unangerührt  bleiben,  oder
da  sie  es  gleich  in  votis  gedächten,  nichts  dann  Unwillen,
Feindschaft  und  andere  Ungelegenheit  darvon  bekommen'.
Gleich  in  der  Sitzung  am  29.  Juli  wurde  die  Frage  aufgeworfen, ­
  ob  die  böhmische  Gesandtschaft  in  die  Stadt  einzulassen ­
  sei,  es  wurde  aber  keine  definitive  Entscheidung  getroffen ­
  sondern  beschlossen,  den  Böhmen  durch  den  Erbmarschall
andeuten  zu  lassen,  ,sie  sollten  sich  in  der  Nähe  der  Stadt  aufhalten, ­
  in  etwas  gedulden,  sie  würden  des  Quartirens  halben
förderlichst  Resolution  erlangen'.  Auch  in  der  nächsten  Sitzung
am  30.  Juli  konnte  man  zu  keinem  Schluss  gelangen.  Während
nämlich  die  geistlichen  Kurfürsten  erklärten,  dass  schon  mit
Rücksicht  auf  den  König,  der  auch  selbst  in  einem  Schreiben
sich  dagegen  verwahrt  hatte,  die  böhmische  Gesandtschaft  nicht
eingelassen  werden  solle  und  zur  Begründung  dessen  vorbrachten, ­
  es  sei  in  der  goldenen  Bulle  klar  bestimmt,  dass  bei
der  Wahl  in  der  Stadt  Frankfurt  keine  fremden  Gesandten
geduldet  sondern  herausgeschafft  werden  müssen,  ausserdem
das  Begehren  der  Böhmen  ein  solches  sei,  dass  demselben  auf
keinen  Fall  stattgegeben  werden  könnte,  damit  man  sie  aber
nicht  völlig  und  ungehört  abweise,  so  mögen  sie  iu  der  Nähe,
aber  ausserhalb  der  Stadt  bleiben,  ihr  Anbringen  schriftlich
thun  und  den  Beschluss  des  kurfürstlichen  Collegiums  abwarten,
  —  haben  die  Gesandten  der  drei  weltlichen  Kurfürsten
die  Einlassung  und  Audienz  der  böhmischen  Gesandten  befürwortet: ­
  ,denn  sollten  sie  in  die  Stadt  und  zur  Audienz  nicht
zugelassen  werden,  so  würde  solche  Verweigerung  das  vorhabende ­
  Werk  der  Interposition  der  sämmtlichen  Herrn  Kurfürsten ­
  nicht  leichter,  sondern  vielmehr  schwerer  machen  und
allerhand  ungleiche  Gedanken  bei  den  Böhmen  erwecken,  wann
            
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