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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

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Tadra.

Bestimmung  enthalten,  die  Gesandten  sollen  zwar  die  böhmische
Botschaft  anhören,  dieselbe  aber  auf  die  schon  früher  den
Böhmen  ertheilte  Antwort  des  Kurfürsten  verweisen  und  ihnen
andeuten,  sie  sollen  sich  mit  ihrem  Suchen  an  den  Kurfürsten
von  Mainz  wenden,  der  es  alsdann  an  das  gesammte  kurfürstliche ­
  Collegium  zur  Berathschlagung  bringen  würde.
In  demselben  Sinne  wie  die  Instruction  war  auch  die  für
die  sächsische  Gesandtschaft  ausgestellte  Vollmacht  verfasst,
also  nicht  ausschliesslich  zu  einem  Wahltage,  wie  es  der  goldenen ­
  Bulle  gemäss  sein  sollte  (aus  welchem  Grunde  auch  die
Vollmacht  vom  Kurfürsten  zu  Mainz  beanständet  wurde);  in
diesem  Sinne  haben  sich  auch  die  sächsischen  Gesandten  gleich
nach  ihrer  Ankunft  in  Frankfurt  gegen  die  geistlichen  Kurfürsten ­
  ausgesprochen,  sahen  aber  gleich  bei  ihrem  ersten
Zusammentreffen  mit  denselben  ein,  dass  man  den  sächsischen
Vorschlägen  nicht  nachgeben  werde.
Merkwürdiger  Weise  und  gegen  alles  Erwarten  hatten
Kurpfalz  und  Kurbrandenburg  die  Vollmacht  für  ihre  Gesandten
nicht  so  wie  Sachsen,  sondern  vollkommen  der  goldenen  Bulle
gemäss  zur  Vornahme  der  Kaiserwahl  verfassen  lassen,  so  dass
dieselbe  von  den  Kurfürsten  für  gütig  erklärt  und  die  pfälzischen
und  brandenburgischen  Gesandten  in  der  ersten  Sitzung  am
27.  Juni 1  sogleich  zu  den  geistlichen  Kurfürsten  geführt,  während
die  sächsischen  in  einem  besonderen  Gemach  gelassen  wurden,
wo  ihnen  von  den  dahin  abgeschickten  kurfürstlichen  Räthen
bedeutet  wurde,  dass  ihre  Vollmacht  nicht  genügend  sei,  dass
die  Kurfürsten  aber  beschlossen  hätten,  sie  zu  den  der  Wahl
vorhergehenden  Berathungen  zuzulassen,  zum  eigentlichen  Wahlacte
  müssten  sie  aber  eine  andere  Vollmacht  vom  Kurfürsten
vorzeigen.  Dem  gegenüber  machten  die  kursächsischen  Gesandten ­
  geltend:  ,es  wäre  die  Composition  der  böhmischen  Unruhe ­
  eine  necessitas  urgens,  da  ganz  Deutschland  wegen  de?
böhmischen  Krieges  in  voller  Verfassung  und  an  Reitern  und
Knechten  viel  Tausend  Mann  auf  die  Beine  gebracht,  welches
aufgegangene  Feuer  zu  dämpfen  und  zu  löschen  die  höchste
und  unumgängliche  Nothdui'ft  erfordere',  erklärten  sich  aber
bereit,  darüber  an  den  Kurfürsten  zu  referiren.  Hierauf  wurden

Ich  folge  hierin  den  Angaben  der  sächs.  Gesandten.
            
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