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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

Zur  Kaiserwahl  1619.

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eines  Haupts  geschritten  und  ein  solch  subjectum  dazu  erwählet ­
  werden  möge,  bei  welchem  beständiger  Fried  und  Ruhe
im  Reich  und  gleichmässige  justitia  zu  hoffen  und  also  hierdurch ­
  zu  verhüten,  dass  im  widrigen  nicht  etwa  unversehens
sonderlich  bei  den  jetzt  in  Schwang  gehenden  Kriegsverfassungen ­
  ein  solch  Feuer  im  Reich  aufgehen  möchte,  welches
hernacher  so  balden  nicht  zu  löschen'.  Dass  Pfalz  damit  die
Aufstellung  eines  anderen  Candidaten  für  den  Kaiserthron  als
Ferdinand  im  Sinne  hatte,  ist  klar;  darauf  ging  jedoch  Kursachsen ­
  nicht  ein,  nur  dem  ersten  Theil  dieser  kurpfälzischen
Wünsche  entsprach  Kursachsen,  und  zwar  bevor  noch  dies
Schreiben  des  Pfalzgrafen  zu  Dresden  anlangte.  In  der  Instruction ­
  nämlich,  welche  den  kursächsischen  zum  Frankfurter
Wahltage  abgefertigten  Gesandten,  dem  Grafen  Wolf  von
Mansfeld  als  Principalgesandten,  Esaias  von  Brandenstein,  Wolf
von  Lüttichau  und  Gabriel  Tiinzel  gegeben  wurde,  heisst  es:
,Die  Gesandten  sollen  sich  dahin  bemühen,  dass  das  Inter-  und
Compositions-Werk  der  böhmischen  Unruhe  alsbald  vorgenommen
und  darauf  die  Wahl  befördert  werden  möchte',  oder  wie  es
an  einer  anderen  Stelle  heisst:  ,dass  mit  der  Wahl  etwas  innengehalten ­
  und  dahin  mit  allem  Fleiss  der  sämmtlichen  Kurfürsten
consilia  gerichtet  würden,  wie  das  nunmehr  überhand  genommene
böhmische  Unwesen,  daraus  alles  andere  entspringet,  durch
dienliche  Wege  und  Mittel  componirt  und  beigelegt  und  alsdann ­
  mit  mehrer  Authorität  und  Ansehen  ohne  einige  Hinderniss
oder  Gefahr  die  Wahl  schleunig  befördert  werden  möchte'.
Würde  man  im  kurfürstlichen  Collegium  dieser  Meinung  beistimmen ­
  in  der  Weise,  dass  die  Wahl  unmittelbar  nach  erfolgter ­
  Composition  vorgenommen  werden  sollte,  so  mögen  sich
die  Gesandten  mit  den  Kurfürsten  über  die  Zeit  und  den  Ort
der  vorzunehmenden  Compositions-Handlung  vergleichen,  und
Alsbald  Ankündigungsschreiben,  die  von  sämmtlichen  Kurfürsten
unterschrieben  werden  sollen,  an  den  König  Ferdinand  und  an
die  böhmischen  Stände  abgehen  lassen.  Dass  die  letzteren  mit
ihrer  Forderung  betreffend  die  Nichtzulassung  Ferdinands  zur
Wahl  eine  eigene  Gesandtschaft  zum  Wahltage  selbst  schicken
werden,  wusste  man,  der  Kurfürst  von  der  Pfalz  hat  in  seinem
erwähnten  Schreiben  an  Kursachsen  davon  Andeutung  gethan
und  in  der  sächsischen  Instruction  ist  auch  für  diesen  Fall  die
            
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