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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

Demostlienische  Studien.  II.

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war  die  Rückwirkung  der  auf  dem  Kriegsschauplatz  zu  gewärtigenden ­
  Ereignisse  auf  die  Stimmung  der  Athener  nicht  zu  berechnen, ­
  zumal  sich,  je  näher  der  Tag  der  Entscheidung  rückte,
das  alte  Misstrauen  energischer  zu  regen  begann.  Unzweideutig
trat  dasselbe  noch  vor  der  Abreise  der  Gesandten  zu  Tage,
als  Philipp  brieflich  die  Athener  aufforderte,  mit  gesammter
Heeresmacht  auszurücken,  um  für  die  gerechte  Sache  zu  streiten,
indem  gegen  den  Auszug  die  Befürchtung  ausgesprochen  wurde,
Philipp  könne  die  Mannschaft  als  Geisel  behalten.
Die  athenische  Gesandtschaft  machte  sich  Mitte  Juli  auf
den  Weg,  hörte  aber  in  Chalkis  bereits  von  Philipps  Einzug
in  die  Thermopylen  und  der  Vernichtung  der  Phokier.  Sie
kehrte  zurück,  um  neue  Instructionen  für  die  veränderte  Lage
der  Dinge  entgegenzunehmen.  Das  Volk  Iness  sie  auch  unter
den  veränderten  Umständen  zu  Philipp  und  zu  dem  Rathe  der
Amphiktyonen  sich  verfügen.  Aeschines  ging  diesmal  mit,
während  Demosthenes  auf  seiner  einmal  gegebenen  Ablehnung
beharrte.  Gegen  Aeschines’  Betheiligung  an  dieser  letzten  Gesandtschaft ­
  richtet  sich  die  schwere  Beschuldigung  des  Demosthenes, ­
  dass  jener,  nachdem  er  früher  Krankheits  halber  durch
seinen  Bruder  das  Mandat  als  Gesandter  vor  der  Bule  niedergelegt ­
  hätte,  nun  dasselbe  widerrechtlich  usurpirte,  1  eine  Anklage, ­
  welche  Aeschines  triftig  damit  zu  widerlegen  weiss,  dass  eisern ­
  Mandat  weder  definitiv  niedergelegt  habe,  noch  auch  vor  dem
1  Dem.  RvdGes.  §  121  etteiBt)  yap  aTwE'TTcXXET 1  auOi;  au  to  Tpfxov  tou;  -psaßst;
tov  <I>(Xiktcov,  irct  “als  xaXatg  xai  p.syaXai;  zkizlai  xauxai;  ai;  outo;
brJ<jyr\io,  E'/sipoTov^aaTE  xai  toutov  xap.8  xai  xwv  aXXcov  tou;  tcXeIgtou;  tou;
auTou;.  §  124  apptoarstv  rcpocpaat^ETai  xai  Xaßcov  'E^xecttov  tov  taipbv  aosXcpo;
aurou  xai  T:poa£X0a>v  xyj  ßouXvj,  i£(b|j.ocjsv  apptouTstv  toutov!  xai  auxo;  £‘/ £t "
poTov^Ö7]  ....  §  12G  ETUEtOTj  Taux’  (nach  der  Vernichtung  der  Pholder)
xai  Toiauxr)  ia.pa.yji  xai  toioüto;  Oopußo;  7i£piEiGT7jX£i  xrjv  7roXiv,  Trjvixauö’  o
aoobs  xai  oeivo;  outo;  xai  eu^qjvo;  oute  ßouXfj;  oute  O7jij.ou  /EipoTovijaavTo;
  au  tov  JS^eto  Tipsaßsuiov  ....  uT:oXoyi<ra[j.Evo;  ottO’  oti  TcpsaßsuTrj;
aXXo;  JjprjT’  avO’  auxou  otfO 1  oti  tcov  toioutojv  b  vbp.o;  Qavaxov  T7]V  ^r]p.iav
Eivai  xeXeuei  xtX.  —  Die  Worte  des  §  129  tJ>-^cpia-(j.a  avxixpu;  nep\  toutou
tou  ovop.axo;  y^ypaT:xai  sind  dunkel.  Es  scheint  liiemit  das  Psephisma  des
Käthes  gemeint  zu  sein,  durch  welches  Aeschines’  Bruder  als  Stellvertreter
der  Gesandtschaft  eingereiht  wurde.  Denn  dass  dieser  als  der  rechtmässige
Gesandte  anzusehen  sei,  darauf  kommt  es  Demosthenes  an.  Ueber  die
Competenz  des  Käthes  solche  Verfügungen  zu  treffen,  ist  oben  S.  473 2
zu  vergleichen.

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