Demostlienische Stadien. II.
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Verheissungen nicht fehlen, welche wenn auch nicht in bindender
Form gegeben und an die Voraussetzung eines seinen Wünschen
entsprechenden Benehmens Athens geknüpft, doch dem neuen
Bundesverhältniss einen reellen werthvollen Inhalt zu geben
schienen. Dadurch gewann er Zeit und gelangte mit seinem
Heere an das Thor Griechenlands, das sich ihm öffnen sollte,
ehe Athen von der veränderten Lage der Dinge durch den
Bericht seiner Gesandten volle Kenntniss erhielte. Was nützte
es, dass Demosthenes mit dem Scharfsinn des Misstrauens
das Gewebe von List und Intrigue durchschaute? Bei seinen
vertrauensseligen Collegen fand er weder Glauben noch Unterstützung.
Ja selbst in Athen sollte sofort auf seine diplomatische
Niederlage eine parlamentarische folgen.
Der Gang der Verhandlungen, welche nach der am
13. Skirophorion (7. Juli 346) erfolgten Rückkehr zunächst in
der Bule und dann in der Ekklesie stattfanden, verdient eine
eingehendere Betrachtung. Das Bild derselben, wie es uns in
den Schilderungen des Aeschines und Demosthenes entgegentritt,
sieh zu zeigen, dass die von Aeschines hinsichtlich der Erhaltung der
Ph older gemachten Hoffnungen trügerische gewesen seien, RvdGes. § 44
r.pSito't |j.ev ex tou, ote tou; opxou; ¥[j.sXXe <I>!Xijueo; bpvüvat tou; r.ep\ Trjs
Eipijvrj; (also bei den Verhandlungen in Pella), exokovSou; dracpavOrjvai
tou; '[Ooxfa; üra> xoürtnv, ö aiwTtav xal eav sixo; ^v, stycEp e(j.eXXov
aw^EoOai. ejieit’ ex ioü [rrj tou; r.apct. tou ‘IuXI-tou 7tpfaߣi; xaura XiynV xtX.
,Demosthenes meint nun, wenn seine Mitgesaudten bei der Eidesabnahme
der Phokier gar nicht erwähnt hätten, so hätte Philipp an der Formel
’AOrjvafoi; xal Ttov ’AOrjvalwv cuppd^oi? keinen Anstoss genommen und den
Vertrag einfach ratiücirt. Durch die Fürbitte aber, welche Aeschines
und wahrscheinlich auch die andern Gesandten ausser Demosthenes zu
Gunsten der Phokier einlegten, wurde Philipp zu der ausdrücklichen
Erklärung veranlasst, dass er die Phokier und Halier nicht in den Frieden
aufnehmen könne 1 (Zs. f. d. öst. Gynm. XXV 804). Eine in diesem
Maasse naive Insinuation, dass die Gesandten am besten über den
wichtigsten Punkt ihrer Instruction geschwiegen hätten, darf man Demosthenes
nicht Zutrauen. Darum handelt es sich auch hier gar nicht.
Der Redner führt vielmehr den Gedanken aus: wenn es wirklich in
Philipps Absichten lag, die Phokier zu retten, dann hätte natürlich
Philipp nicht das gerade Gegentheil jtXrjv «btox&ov ausdrücklich in den
Vertrag gesetzt (0 ouojiäv eixo; U), sondern die von den Athenern gewünschte
Formel belassen (0 läv e?xo; rjv). Dadurch verrieth er schon
damals unzweideutig seine wahre Absicht.