Demosthenisclie Studien. II.
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in Thrakien aufzusuehen war ein von vornherein wenig Erfolgversprechender,
aber grosse Gefahren für den Frieden in sich
schliessender Sanirung-sversuch; denn es sollte Philipp zugleich
auf die Probe gestellt werden: entweder werde er, so dachte
Demosthenes, was er inzwischen Athen genommen, zurückgeben
und weiterer Eroberungen sich enthalten oder wenn nicht,
werden die Athener rechtzeitig benachrichtigt für den Schutz
mächtigerer und näher liegender Interessen, für die Phokier
und die Thcrmopylen Massregeln treffen können. So hoffte
Demosthenes den König des Wortbruehes zu zeihen und nicht
bloss ihn, sondern auch seine Gesandtschaftscollegen zu compromittiren,
welche, wie wir sahen (S. 390, 393), die von Philipp
gegebene Zusicherung, während der. Friedens Verhandlungen
den thrakischen Besitz Athens zu respectiren, als einen durch
sie errungenen Erfolg geltend machten. 1 Jene Partei, welcher
es auf Perfectionirung des Friedens ankam — und das war die
Majorität des athenischen Volkes — musste, wenn Demosthenes
andere Argumente nicht vorbrachte, von vornherein gegen das
ganze Project sein, welches nur neue Misshelligkeiten, ja wahrscheinlich
die Vernichtung des ganzen Friedens Werkes in seinem
Schosse trug.
Nicht mehr begründet scheint mir der Vorwurf zu sein,
welchen Demosthenes der Gesandtschaft macht, dass dieselbe
nicht auf dem Wege nach Pella oder vor der so lange
erwarteten Ankunft Philipps die Bundesgenossen desselben
Die Verpflichtung, welche Athen in dem uns erhaltenen Bundesvertrag
CIA. II Add. 66 b aus dem Jahre 01. 106, 1 = 356/5 gegenüber Ketriporis,
einem thrakischen Fürsten, sowie einem paeonisclien und illyrischen
Dynasten eingegangen war (Fragm. c. Z. 15 cp(Xo? sc70|j.at KsxpiTuopt xat
xot? absXoot? xot? KsxptTto'pto? xat aup.p.aj(o? xat TCoXep-yjato p.£Ta KsTpt7i:o'pio?
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‘MXititcov xtX.), war natürlich mit der Unterwerfung des Ketriporis, von
welcher Diodor erzählt XVI 22, 3, erloschen. Vgl. Eustratiadis, der in
der ’Etprjp.. N. F. 435 zuerst den Titel edirte.
1 Dem. RvdGes. § 151 ^copt? 8s toutcuv ouotv ypyjar'fj-oiv ou otap-apTrjasaOat
Trjv TudXtv r)youp.rjV TcXsuaavxtov t)jjl6jv • ^ yap Trapo'vxtov xat xaxa xo ^yjcpiap. 1 auxov
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Sitzungsbor. d. pliil.-liist.’ci. LXXXVII1. Bd. II. Ilft.' 31