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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

Demosthenisclie  Studien.  II.

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in  Thrakien  aufzusuehen  war  ein  von  vornherein  wenig  Erfolgversprechender, ­
  aber  grosse  Gefahren  für  den  Frieden  in  sich
schliessender  Sanirung-sversuch;  denn  es  sollte  Philipp  zugleich
auf  die  Probe  gestellt  werden:  entweder  werde  er,  so  dachte
Demosthenes,  was  er  inzwischen  Athen  genommen,  zurückgeben
und  weiterer  Eroberungen  sich  enthalten  oder  wenn  nicht,
werden  die  Athener  rechtzeitig  benachrichtigt  für  den  Schutz
mächtigerer  und  näher  liegender  Interessen,  für  die  Phokier
und  die  Thcrmopylen  Massregeln  treffen  können.  So  hoffte
Demosthenes  den  König  des  Wortbruehes  zu  zeihen  und  nicht
bloss  ihn,  sondern  auch  seine  Gesandtschaftscollegen  zu  compromittiren,
  welche,  wie  wir  sahen  (S.  390,  393),  die  von  Philipp
gegebene  Zusicherung,  während  der.  Friedens  Verhandlungen
den  thrakischen  Besitz  Athens  zu  respectiren,  als  einen  durch
sie  errungenen  Erfolg  geltend  machten.  1  Jene  Partei,  welcher
es  auf  Perfectionirung  des  Friedens  ankam  —  und  das  war  die
Majorität  des  athenischen  Volkes  —  musste,  wenn  Demosthenes
andere  Argumente  nicht  vorbrachte,  von  vornherein  gegen  das
ganze  Project  sein,  welches  nur  neue  Misshelligkeiten,  ja  wahrscheinlich ­
  die  Vernichtung  des  ganzen  Friedens  Werkes  in  seinem
Schosse  trug.
Nicht  mehr  begründet  scheint  mir  der  Vorwurf  zu  sein,
welchen  Demosthenes  der  Gesandtschaft  macht,  dass  dieselbe
nicht  auf  dem  Wege  nach  Pella  oder  vor  der  so  lange
erwarteten  Ankunft  Philipps  die  Bundesgenossen  desselben
Die  Verpflichtung,  welche  Athen  in  dem  uns  erhaltenen  Bundesvertrag
CIA.  II  Add.  66  b  aus  dem  Jahre  01.  106,  1  =  356/5  gegenüber  Ketriporis,
einem  thrakischen  Fürsten,  sowie  einem  paeonisclien  und  illyrischen
Dynasten  eingegangen  war  (Fragm.  c.  Z.  15  cp(Xo?  sc70|j.at  KsxpiTuopt  xat
xot?  absXoot?  xot?  KsxptTto'pto?  xat  aup.p.aj(o?  xat  TCoXep-yjato  p.£Ta  KsTpt7i:o'pio?
tov  7;o'Xs(j.ov  tov  T:pb?  ^Xittttov  aooXco?  rcavxt  aO^vst  xaxa  xo  ouvaxbv  xat  ou
77poxaxaXuao{j.at  tov  Tüo'Xep-ov  avsu  KsTpaco'pto?  xat  xtov  aosXtptov  tov  7rpo?
‘MXititcov  xtX.),  war  natürlich  mit  der  Unterwerfung  des  Ketriporis,  von
welcher  Diodor  erzählt  XVI  22,  3,  erloschen.  Vgl.  Eustratiadis,  der  in
der  ’Etprjp..  N.  F.  435  zuerst  den  Titel  edirte.
1  Dem.  RvdGes.  §  151  ^copt?  8s  toutcuv  ouotv  ypyjar'fj-oiv  ou  otap-apTrjasaOat
Trjv  TudXtv  r)youp.rjV  TcXsuaavxtov  t)jjl6jv  •  ^  yap  Trapo'vxtov  xat  xaxa  xo  ^yjcpiap. 1  auxov
e?opx(oaavx(ov,  a  [xev  stX/jCpEt  r/jq  roXeto?,  a^ootuastv,  xaW  os  XotTubv  cbps'ljEaOai,
?1  iJ-rj  Tzotouvxo?  xauxa  a::ayysXetv  rjp.ocq  süO&o?  osupo,  cuax’  sv  sxs(vot?  xot?
xoppco  xat  sXctTxocfi  T7)v  ^Xsovsl-fav  xat  r^v  caciaxfav  ioovxac  up.a?  ~spt  töjvoe
Twv  iyyu?  xat  p.st£bva)v,  Xdyto  os  ( I>iox^u>v  xat  IluXöv,  ou  ;rpo7jasa0at  xxX.
Sitzungsbor.  d.  pliil.-liist.’ci.  LXXXVII1.  Bd.  II.  Ilft.'  31
            
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