Demosthenische Studien. II.
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Philokrates’ Entwurf nicht ohne harten Tadel verworfen haben
soll. Demosthenes will sich an den Wortlaut dessen, was
Aeschines bei dieser Gelegenheit sprach, erinnern 1 und wird
den Inhalt der kurzen Rede im Ganzen richtig wiedergeben.
Aeschines hatte sich nicht zu schämen, wenn er von seiner
Seite den von Demosthenes angeregten Versuch bessere Bedingungen
zu erreichen unterstützte. Aber, wird man dieser Auffassung
entgegenhalten, weshalb schweigt er von diesem Motiv?
Warum müht er sich ab, für seine Behauptung nur einmal und
zwar für den Frieden gesprochen zu haben, welche nur durch
Zeugen jener Verhandlungen glaubhaft zu machen war, die
fadenscheinigsten Beweise vorzubringen? Weil die Darlegung
des wahren Sachverhaltes Demosthenes’ patriotisches Bemühen
im hellsten luchte gezeigt und das Kartenhaus von Anschuldigungen,
welche jenen als Philokrates’ rechte Pland und
bestochenen Helfershelfer der Gesandten Philipps zeigen sollten,
über den Haufen geworfen hätte.
Aeschines’ weitere Erzählung selbst bestätigt die vorgetragene
Ansicht von Demosthenes’ Absichten und Anträgen.
Als Bulenten und Antragsteller fiel ihm die Aufgabe zu, vor
dem Rathe natürlich, mit den vorgeladenen Gesandten zu verhandeln
und darüber in der Ekklesie des nächsten Tages Bericht
zu erstatten. Auch Aeschines weiss sich an den Wortlaut dieses
Berichtes zu erinnern und zwar erst in der 16 Jahre später
gehaltenen Rede gegen Ktesiplion; aber es war ein bedeutsamer
Moment und tausend Ohren waren auf Demosthenes’ Erklärung
gespannt, welche über das Schicksal der Zukunft entschied. Da
Demosthenes dieselbe im Namen der Bule vorgetragen haben
wird, war sie zudem protokollirt, und sie trägt auch durchaus das
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Xoyou;. Auch Demosthenes wendet hier das seinem Gegner geläufige
Kunststückchen an, nur den Eingang der Rede zu geben, welcher allerdings
den Eindruck heftigster Opposition erzeugt, obgleich der letzte Satz
etprjvrjv pivToi <p7)[j.t osiv TcoisiaOai verräth, wie rasch er einzulenken wusste.