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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

Demosthenische  Studien.  II.

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Philokrates’  Entwurf  nicht  ohne  harten  Tadel  verworfen  haben
soll.  Demosthenes  will  sich  an  den  Wortlaut  dessen,  was
Aeschines  bei  dieser  Gelegenheit  sprach,  erinnern  1  und  wird
den  Inhalt  der  kurzen  Rede  im  Ganzen  richtig  wiedergeben.
Aeschines  hatte  sich  nicht  zu  schämen,  wenn  er  von  seiner
Seite  den  von  Demosthenes  angeregten  Versuch  bessere  Bedingungen ­
  zu  erreichen  unterstützte.  Aber,  wird  man  dieser  Auffassung ­
  entgegenhalten,  weshalb  schweigt  er  von  diesem  Motiv?
Warum  müht  er  sich  ab,  für  seine  Behauptung  nur  einmal  und
zwar  für  den  Frieden  gesprochen  zu  haben,  welche  nur  durch
Zeugen  jener  Verhandlungen  glaubhaft  zu  machen  war,  die
fadenscheinigsten  Beweise  vorzubringen?  Weil  die  Darlegung
des  wahren  Sachverhaltes  Demosthenes’  patriotisches  Bemühen
im  hellsten  luchte  gezeigt  und  das  Kartenhaus  von  Anschuldigungen, ­
  welche  jenen  als  Philokrates’  rechte  Pland  und
bestochenen  Helfershelfer  der  Gesandten  Philipps  zeigen  sollten,
über  den  Haufen  geworfen  hätte.
Aeschines’  weitere  Erzählung  selbst  bestätigt  die  vorgetragene ­
  Ansicht  von  Demosthenes’  Absichten  und  Anträgen.
Als  Bulenten  und  Antragsteller  fiel  ihm  die  Aufgabe  zu,  vor
dem  Rathe  natürlich,  mit  den  vorgeladenen  Gesandten  zu  verhandeln ­
  und  darüber  in  der  Ekklesie  des  nächsten  Tages  Bericht
zu  erstatten.  Auch  Aeschines  weiss  sich  an  den  Wortlaut  dieses
Berichtes  zu  erinnern  und  zwar  erst  in  der  16  Jahre  später
gehaltenen  Rede  gegen  Ktesiplion;  aber  es  war  ein  bedeutsamer
Moment  und  tausend  Ohren  waren  auf  Demosthenes’  Erklärung
gespannt,  welche  über  das  Schicksal  der  Zukunft  entschied.  Da
Demosthenes  dieselbe  im  Namen  der  Bule  vorgetragen  haben
wird,  war  sie  zudem  protokollirt,  und  sie  trägt  auch  durchaus  das
1  Dem.  vdGes.  §  13  avaaxa^  (Atc%iV7js)  x9j  npotipa  xwv  ixx.Xrjat«Sv,  iv  atc  7zepi
xfjs  £?p>jv7)<;  sßouXsusaOE,  rjpijaxo  apyyjv,  7]V  iyto  xai  tou;  ß>jp.aaiv  oip.ai  xoT<;
auxoti;,  olonep  oüxo$  eTtcev  ev  upnv  a7Sop.V7)p.oV£i$(jEiv:  ,ei  toxvu  tcoXuv*  eeprj  ,ypovov
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auxov  ap.£ivov  Eupstv  oip.ai  t)  xoiauxa  ypacpovxa.  eyto  0£  xauxrjv  jjlev  xrjv  Eip^vqv,
sw?  av  E15  ’AOrjvauov  XsfrojTai,  ougettox'’  av  auapouXsuaaip.'.  TioiTjaaaOai  x9j  txoXei,
Eipijvyjv  pivxoi  orjjj't  oeTv  TCOistaOad.  xai  xoiouxou?  xtva?  £t7X£  ßpay^EÜ;  xai  p.£xptou?
Xoyou;.  Auch  Demosthenes  wendet  hier  das  seinem  Gegner  geläufige
Kunststückchen  an,  nur  den  Eingang  der  Rede  zu  geben,  welcher  allerdings ­
  den  Eindruck  heftigster  Opposition  erzeugt,  obgleich  der  letzte  Satz
etprjvrjv  pivToi  <p7)[j.t  osiv  TcoisiaOai  verräth,  wie  rasch  er  einzulenken  wusste.
            
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