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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

Demosthenische  Studien.  II.

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Diese  dürften  in  den  seltensten  Fällen  mit  dem  Angebot'  des
andern  Paciscenten  conform  gewesen  sein,  ja  die  dabei  ausgesprochenen ­
  Forderungen  mögen  möglichst  hoch  gespannt
worden  sein.  1  Dem  Rath  kam  es  dann  zu  über  diese  Anträge
mit  den  Gesandten  zu  verhandeln  und  mit  dem  erreichten
Compromiss  vor  die  zweite  Versammlung  zu  treten.  Sie  konnte
sich  nun  für  Annahme  oder  Ablehnung  dieses  entscheiden;
aber  so  verständlich  es  ist,  dass  an  dem  zweiten  Verhandlungstage ­
  die  Stellung  neuer  Anträge  ausgeschlossen  war,  so  undenkbar ­
  ist  es,  dass  das  Volk  die  Debatte  darüber  sich  hätte
durch  ein  altes  Gesetz  oder  ein  neues  Psephisma  nehmen  lassen
wollen.  Es  ist  eine  schlechte  und  leichtfertige  Interpretation
des  Wortlautes  jenes  Gesetzes,  welchen  Demosthenes  ohne  Veränderung ­
  in  sein  Psephisma  aufgenommen  haben  wird,  wenn
ihm  diese  Intention  unterschoben  wird,  und  sie  wird  durch
Aeschines’  eigenen  Bericht  über  die  Verhandlungen  beider  Tage
widerlegt,  indem  Demosthenes,  Aeschines,  Eubulos  und  wohl
noch  andere  vor  der  entscheidenden  Abstimmung  der  zweiten
Ekklesie  das  Wort  ergriffen. 2
Nur  neue  Anträge  waren  am  zweiten  Tage  durch  eine
solche  Verfügung  ausgeschlossen,  was  ganz  begreiflich  ist,  da  ja
mit  ihrer  Stellung  die  Verhandlung  hätte  von  neuem  wieder  aufgenommen ­
  werden  müssen.  Diese  Ansicht  hält  auch  A.  Schaefer
für  die  richtige,  ,ohne  zu  übersehen,  dass  die  Geschichte  mit
Amyntor  Aesch.  2,  67  f.  S.  36  f.  sich  damit  nicht  verträgt'.
Und  in  der  That  spricht  diese  auf  den  ersten  Blick  für  das  Gegentheil.
  Eine  Vermittelung  scheint  mir  bei  richtiger  Auffassung
des  ganzen  Vorganges  wohl  möglich.  Amyntor  nämlich  bezeugte,
1  Was  liier  gesagt  ist,  ist  nicht  leere  Annahme.  Einen  Beleg  bietet
Alkibiades’  Verkehr  mit  den  lakedaemonisclien  Gesandten,  welche  aüxoxpdxopE;
  nach  Athen  gekommen  waren  und  sich  in  dieser  Eigenschaft
beim  Rathe  bereits  legitimirt  hatten;  er  sagte  zu  ihnen  vor  der  Ekklesie
nach  Plutarch  Alkib.  c.  14  xi  ueuovOoixe,  ctvope?  2;capxiaxai;  uiiic  E'XaOsv  dux:,
oxi  x«  x%  ßouXr[;  äsi  pixpia  xai  aiXdvOpco;xa  jtpo?  xou;  Ivxuy)(dvovxd;  eijxi,
o  oe  d'/ju.oc  [j.Eya  opovet  xai  [XEyaXiov  ope'ysxai;  xav  ipd<rx7)xs  xipioi  racvxcov
«fuyOai,  7xpoaxdxxtov  xai  ßiaddiiEvoc  äyviouLovjjiJEi.  cps'ps  orj,  xrjv  surjOsiav  xaüxrjv
äips'vxE;,  El  PouXeoOe  -^pricraaOai  pExpioi;  ’A0v)Vafoi;  xai  p)OEV  ExßiaaOrjvai  -apä
yvtu[j.7)V,  ouxto  oiaXE'ysoOE  TtEpi  xcov  Sixahnv,  d>?  oux  ovxec  auxoxpaxopEC.  Vgl.
Thuk.  V  45.
2  Vgl.  Schaefer  II  214  ff.  und  die  dort  gegebenen  Belege.

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