446
tt artet.
anderen aber über die vorgelegten Anträge ohne Debatte Beschluss
gefasst werde. 1 Aus dem Dogma des Synedriums erfahren
wir, dass die zweitägige Berathung in solchen Fällen der gesetzmässige
Modus war (Ttpo-fpctdiat tou? irpuwcveis iv.vXrpMq ouo y. a-tä
to v vö(*ov), und eine zufällige Nachricht bei Thukydides (I 44) 2
kann verbürgen, dass das von Alters her so gehalten wurde.
Dieses alte Gesetz wird nicht ohne Grund zwei Tage in Aussicht
genommen und demnach, was an den beiden Tagen oder
an jedem zunächst und zumeist geschehen sollte, verordnet haben.
Was das war, ist unschwer zu finden. In die erste Versammlung
hatte der Batli die Gesandten einzuführen und ihre Vorschläge
— das war in unserem Falle die Antwort auf die Philipp durch
die erste Gesandtschaft unterbreiteten Wünsche Athens — dem
Volke sammt seinem Gutachten, zu welchem er in unserem Falle
bereits durch früheren Volksbeschluss ermächtigt war, mitzutheilen.
Auf Grund dessen wurde nun die Debatte geführt
und jeder Athener konnte über die Propositionen des Rathes
sprechen und seine Meinung äussern und Gegenanträge 2 stellen.
1 Aesch. RvdGes. § 65 y.cd (j.ot Xaße to <l»7jcptap.a xai avayvo>0i to Ar)p.oa0ivou;,
iv oj cp a t v e t a t y £ y p a cp to ; trj p.'ev Tzpozipa xojv ixxXqauov a u [j. ß o u X s u e i v x o v
ßouXo'p.evo'/, iv xrj 8’ uaxepa xou; r.poiopou; i-cjr/jiptCeiv xoc; yvwp.a;, Xoyov ok
p-7] -poxi0ivat, iv pe' cprjatv auxo; <I>iXoxpaxei ouveuceTv. — § 66 Xoyov yap
U7j 7:poxi0ivxwv etc xrjv uaxipav ixxAyja^av xojv rpoeopojv oux ivrjv etrcetv (so ist
mit Cobet VL. p. 353 statt der sprachwidrigen Vulgata Xoyojv yap p.7) r.poxE0evxcov...
xojv o'e 7cpoi8p(ov xtoXuovxtov, welche den Redner eine Verkehrtheit
und weitere Unwahrheit behaupten lässt, zu lesen). — § 67 ox 1 ißouXEueO'’ o
bijp-o; jcepi x% aup.p.ay(a; xrj; r.pb; QIXiktzov xaxa xo A7]p.oa0ivou; dujcptap. 1 iv
X7] uaxepa xojv ouoTv ixxXqouov, ox’ oux ej*7jv Sigjj.vjyope'tv, aXXa xa sepi X7j;
etp^vr)? xai aup.p.ay(a; 'lo'jcpi'ap.ax'’ ETTEtJn'jcp^eTO. — Dem. vdGes. § 15 o 8e
xoux’ ewcwv xrj Tcpoxepafa ?:avxtov axouovxojv up.ojv, et; xrjv uaxepafav, iv fj xrjv
stcijvTjv eost xupouaOai .... avaaxa; io7]p7jybpei. Vgl. Aesch. RgKtes. § 71.
2 Thukydides I 44 (nachdem die Gesandten der Kerkyraeer und Korinthier
gesprochen) ’A07j vato t axouaavxs; ap.0oxe'po)v, y e v o p. i v rj; xai 81; i x x X r\ a f a ;,
x^ p.ev r.poxipa ou/ 7jaaov xojv Koptv0tojv aTceoi^avxo xou; Xoyou;, iv os xrj
udxepa(a p.exeyvojaav Kepxupafot; Eup.p.aytav piev p.rj TcotrjaaaOat xxX., wozu
J. Classen bemerkt ,xat o(;, den Ernst der Berathung zu bezeichnen 4 .
3 Aus dem oben S. 372 über das Recht der Antragstellung Gesagten wird
die Bedeutung dieser Bestimmung erhellen. Wenn jeder Nicht-Buleut
durch seine Eigenschaft als athenischer Bürger ohne weiteres in jeder
Ekklesie Anträge zu stellen berechtigt gewesen wäre, wäre eine Clausei
der Art xrj p.ev r.poxipa aup.ßouXeueiv xov ßouXop.evov mindestens recht
überflüssig.