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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

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tt  artet.

anderen  aber  über  die  vorgelegten  Anträge  ohne  Debatte  Beschluss ­
  gefasst  werde. 1  Aus  dem  Dogma  des  Synedriums  erfahren
wir,  dass  die  zweitägige  Berathung  in  solchen  Fällen  der  gesetzmässige
  Modus  war  (Ttpo-fpctdiat  tou?  irpuwcveis  iv.vXrpMq  ouo  y.  a-tä
to  v  vö(*ov),  und  eine  zufällige  Nachricht  bei  Thukydides  (I  44)  2
kann  verbürgen,  dass  das  von  Alters  her  so  gehalten  wurde.
Dieses  alte  Gesetz  wird  nicht  ohne  Grund  zwei  Tage  in  Aussicht ­
  genommen  und  demnach,  was  an  den  beiden  Tagen  oder
an  jedem  zunächst  und  zumeist  geschehen  sollte,  verordnet  haben.
Was  das  war,  ist  unschwer  zu  finden.  In  die  erste  Versammlung
hatte  der  Batli  die  Gesandten  einzuführen  und  ihre  Vorschläge
—  das  war  in  unserem  Falle  die  Antwort  auf  die  Philipp  durch
die  erste  Gesandtschaft  unterbreiteten  Wünsche  Athens  —  dem
Volke  sammt  seinem  Gutachten,  zu  welchem  er  in  unserem  Falle
bereits  durch  früheren  Volksbeschluss  ermächtigt  war,  mitzutheilen.
  Auf  Grund  dessen  wurde  nun  die  Debatte  geführt
und  jeder  Athener  konnte  über  die  Propositionen  des  Rathes
sprechen  und  seine  Meinung  äussern  und  Gegenanträge  2  stellen.
1  Aesch.  RvdGes.  §  65  y.cd  (j.ot  Xaße  to  <l»7jcptap.a  xai  avayvo>0i  to  Ar)p.oa0ivou;,
iv  oj  cp  a  t  v  e  t  a  t  y  £  y  p  a  cp  to  ;  trj  p.'ev  Tzpozipa  xojv  ixxXqauov  a  u  [j.  ß  o  u  X  s  u  e  i  v  x  o  v
ßouXo'p.evo'/,  iv  xrj  8’  uaxepa  xou;  r.poiopou;  i-cjr/jiptCeiv  xoc;  yvwp.a;,  Xoyov  ok
p-7]  -poxi0ivat,  iv  pe'  cprjatv  auxo;  <I>iXoxpaxei  ouveuceTv.  —  §  66  Xoyov  yap
U7j  7:poxi0ivxwv  etc  xrjv  uaxipav  ixxAyja^av  xojv  rpoeopojv  oux  ivrjv  etrcetv  (so  ist
mit  Cobet  VL.  p.  353  statt  der  sprachwidrigen  Vulgata  Xoyojv  yap  p.7)  r.poxE0evxcov...
  xojv  o'e  7cpoi8p(ov  xtoXuovxtov,  welche  den  Redner  eine  Verkehrtheit
und  weitere  Unwahrheit  behaupten  lässt,  zu  lesen).  —  §  67  ox 1  ißouXEueO'’  o
bijp-o;  jcepi  x%  aup.p.ay(a;  xrj;  r.pb;  QIXiktzov  xaxa  xo  A7]p.oa0ivou;  dujcptap. 1  iv
X7]  uaxepa  xojv  ouoTv  ixxXqouov,  ox’  oux  ej*7jv  Sigjj.vjyope'tv,  aXXa  xa  sepi  X7j;
etp^vr)?  xai  aup.p.ay(a;  'lo'jcpi'ap.ax'’  ETTEtJn'jcp^eTO.  —  Dem.  vdGes.  §  15  o  8e
xoux’  ewcwv  xrj  Tcpoxepafa  ?:avxtov  axouovxojv  up.ojv,  et;  xrjv  uaxepafav,  iv  fj  xrjv
stcijvTjv  eost  xupouaOai  ....  avaaxa;  io7]p7jybpei.  Vgl.  Aesch.  RgKtes.  §  71.
2  Thukydides  I  44  (nachdem  die  Gesandten  der  Kerkyraeer  und  Korinthier
gesprochen)  ’A07j  vato  t  axouaavxs;  ap.0oxe'po)v,  y  e  v  o  p.  i  v  rj;  xai  81;  i  x  x  X  r\  a  f  a  ;,
x^  p.ev  r.poxipa  ou/  7jaaov  xojv  Koptv0tojv  aTceoi^avxo  xou;  Xoyou;,  iv  os  xrj
udxepa(a  p.exeyvojaav  Kepxupafot;  Eup.p.aytav  piev  p.rj  TcotrjaaaOat  xxX.,  wozu
J.  Classen  bemerkt  ,xat  o(;,  den  Ernst  der  Berathung  zu  bezeichnen 4 .
3  Aus  dem  oben  S.  372  über  das  Recht  der  Antragstellung  Gesagten  wird
die  Bedeutung  dieser  Bestimmung  erhellen.  Wenn  jeder  Nicht-Buleut
durch  seine  Eigenschaft  als  athenischer  Bürger  ohne  weiteres  in  jeder
Ekklesie  Anträge  zu  stellen  berechtigt  gewesen  wäre,  wäre  eine  Clausei
der  Art  xrj  p.ev  r.poxipa  aup.ßouXeueiv  xov  ßouXop.evov  mindestens  recht
überflüssig.
            
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