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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

Detnosthenisciie  Studien.  II.  445
man  den  Bericht  der  athenischen  Gesandtschaft,  1  und  den  Volksbeschluss ­
  dem  Synedrium  übermittelt  und  das  Ansinnen  auch  in
seinem  Namen  abzuschliessen  gestellt  haben  wird  (touc  cu^a/ou;
ooY|j.a  s!;  tov  8ijp,ov  -/.ta.).  Sein  darauf  erflossenes
Dogma  enthielt  die  Zustimmung  in  allem  Wesentlichen,  wie
ja  das  Synedrium  später  bereitwilligst  auch  den  Vertrag  beschwor,
obwohl  es  wünschte,  dass  nur  über  den  Frieden  verhandelt
werde  und  zwar  erst  nach  Ankunft  der  Gesandten  hellenischer
Städte.  Eine  kaum  misszuverstehende  Antwort  darauf  ist  das
zweite  demosthenische  Psephisma,  zu  welchem  die  verspätete
Ankunft  der  makedonischen  Gesandten  Veranlassung  gab,  in
welchem  nun  die  sofortige  Verhandlung  über  Frieden  und  Btindniss
decretirt  wurde.  Hiermit  trat  Demosthenes  thatsächlich  und  wir
werden  nicht  zweifeln  mit  überlegter  Absicht  für  die  Wünsche
Philipps  und  gegen  die  Intentionen  der  Bundesgenossen  auf.
Aeschines  lässt  vor  Philipp  seinen  Gegner  sich  rühmen,
dass  er  durch  seinen  Antrag  icep'i  tou  ßouAsuaaaSai  t'ov  o^p.ov  üitsp
sipvjvv);  ev  -ay.Taic  r,\>.späte  sich  Verdienste  um  das  Zustandekommen
des  Friedens  erworben  (RvdGes.  110  y.a't  itpoaeOyjxs  Tt  toioütov
eV0Öp.Y)[J.Z  TW  Aoyw,  CTl  TCpWTOC  E7U(JTO[J.tOEtE  TOU?  TYJV  EipYpTjV  S7,‘/.AYjOVTa?,
oh  tcic  Xoyoic,  aXXa  toi?  -/pövcic).  Wenn  Demosthenes  diese  Worte
in  Bezug  auf  sein  zweites,  gegen  die  von  den  Bundesgenossen
intendirte  Vertagung  der  Berathung  gerichtetes  Psephisma  sprach,
sagte  er  die  volle  Wahrheit.  Aeschines  bezieht  sie  auf  das
erste  Psephisma  und  vor  allem  auf  die  zweitägige  Berathung,
um  darauf  die  schwersten  Anklagen  gegen  ihn  zu  gründen.
Betrachten  wir,  in  wie  fern  dieselben  begründet  sind.
Ein  günstiger  Zufall  wollte  es,  dass  Aeschines  in  dem
Dogma  des  Synedriums  ein  Wörtchen  stehen  liess,  durch  welches
der  wiederholten  Anschuldigung,  dass  Demosthenes  durch  seinen
Antrag  die  Freiheit  der  Debatte  bei  der  Friedensberathung
von  langer  Hand  und  mit  Absicht  beeinträchtigt  habe,  die  Spitze
abgebrochen  wird.  Derselbe  schrieb  vor,  dass  zwei  Volksversammlungen ­
  abgehalten  werden  in  der  Art,  dass  an  dem
ersten  Tage  beliebige  Anträge  gestellt  werden  könnten,  an  dem
1  Dass  das  üblich  war,  erhellt  aus  dem  oben  S.  403  mitgetheilten  Dogma
des  Synedrions  STOiSav  smSrjpiacoaiv  ot  -peaßei;  xai  Ta;  7tpsaß6i'a;  djrayydXaxnv
’AOrjvatot;  xai  toi;  <ju  p.|xay  o  iIn  wenig  überlegter  Weise  hat  man  die
in  allen  Handschriften  überlieferten  Worte  xai  Tot;  aup.[j.dyoi;  gestrichen.
Sitzungsber.  d.  pliil.-hist.  CI.  LXXXVIII.  Bd.  II.  Hft.  29
            
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