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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

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fl  a  r  t  e  1.

noch  zu  erwartenden  hellenischen  Gesandten  bezüg'lichen  Passu
eine  seiner  Auffassung  günstige  Wendung  zu  geben  und  dieser
trägt,  wie  wir  noch  sehen  werden,  entschiedene  Spuren  der
Fälschung  an  sich.  Alles  andere  ist  unverfänglich,  wenngleich
die  letzte  Bestimmung  über  die  Offenhaltung  des  Beitritts  erst
in  der  späteren  Rede  des  Aeschines  Erwähnung  findet.
Die  Entscheidung  über  das  Verhältniss  der  Anträge  des
.Synedrions  und  des  demosthenischen  ist  für  die  Beurtheilung
des  Ganges  der  Verhandlungen  und  der  Stellung  des  Demosthenes
zu  denselben  sowie  der  Berechtigung  der  Anschuldigungen  des
Aeschines,  wenn  nicht  Alles  täuscht,  von  aufschlussreicher  Bedeutung. ­
  Indem  man  bisher  die  Differenzen  als  geringfügige  und
leicht  zu  beseitigende  hinstellte,  verschloss  man  sich  der  Einsicht
in  die  politischen  Motive  der  miteinander  ringenden  Parteien.
Mit  kurzen  Worten  leugnet  Schaefer,  dass  Aeschines  ein
Recht  hatte,  aus  dem  Gutachten  des  Bundesrathes  Anklagen
wider  Demosthenes  herzuleiten  und  damit  auch  den  politischen
Gegensatz  beider  Anträge.  ,Dies  glaube  ich 1  sagt  er  (S.  208)
,entschieden  verneinen  zu  können.  Er  (Aeschines)  legt  ein
grosses  Gewicht  darauf,  dass  das  Synedrion  nur  von  der  Berathung
  über  den  Frieden  spricht,  während  Demosthenes  die
Verhandlungen  über  Frieden  und  Bundesgenossenschaft  auf  die
Tagesordnung  setzte.  Wir  haben  gesehen,  dass  dies  gemäss
den  Anträgen  Philipps  geschah,  welche  doch  mindestens  in
Erwägung  gezogen  werden  mussten:  wollten  die  Bundesgenossen,
was  gar  nicht  in  ihrem  Interesse  liegen  konnte,  sich
wider  ein  solches  Bündniss  verwahren,  so  würden  sie  das
förmlich  ausgesprochen  haben,  was  nicht  geschehen  ist:  Aeschines
muss  erst  ihrem  Stillschweigen  eine  bewusste  Absicht  unterlegen,
und  ähnlich  wird  es  schon  bei  den  Friedensverhandlungen  von
anderer  Seite  geschehen  sein. 1
Wenn  in  der  That  die  beiden  Anträge  nur  in  dem  einen
Punkt  miteinander  sich  nicht  deckten  und  sich  wirklich  nicht
absehen  Hesse,  dass  die  Bundesgenossen  aus  triftigen  Gründen
das  in  Aussicht  stehende  makedonische  Bündniss  perhorrescirten,
müsste  man  unbedenklich  Schaefer  beipflichten  und  an  eine
der  bei  Aeschines  nicht  ungewöhnlichen  kühnen  Interpretationen
glauben.  Aber  die  beiden  Anträge  stehen  nicht  bloss  in  diesem
einen  Punkte,  sondern  auch  ihrem  übrigen  Inhalt  nach  in
            
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