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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

Demostlienisclie  Studien.  II.  39  1
erfahren  wollten,  fragte  jener,  ob  er  die  Lage  der  Dinge  in
Athen  vergessen  und  sieh  nicht  erinnern  wolle,  dass  das  Volk
völlig  erschöpft  sei  und  sich  sehr  nach  Frieden  sehne.  ,Oder
pochst  Du,  sagte  er,  auf  die  50  Schilfe,  deren  Ausrüstung
beschlossen,  die  aber  nie  werden  bemannt  werden?  Denn  so
hast  Du  Philipp  gereizt  und  solche  Dinge  gesagt,  dass  eher
aus  einem  Frieden  ein  unversöhnlicher  Krieg,  als  aus  einem
Kriege  ein  Frieden  hervorgehen  dürfte/  1
Was  Aeschines  in  Bezug  auf  Amphipolis  vor  Philipp
gesprochen,  hat  er  ausführlich  berichtet.  Es  ist  eine  einfache
Begründung  der  Ansprüche  Athens  auf  Amphipolis,  ein  Raisonnement,
  das  jedem  Athener  geläufig  und  Philipp  längst  nicht
unbekannt  war.  Auch  Demosthenes,  der  nach  Aeschines’  ausdrücklichem ­
  Zeugniss  diesen  Punkt  berührte,  kann  darüber
nicht  anders  gesprochen  haben.  Das  also  ist  es  nicht  gewesen,
was  Demosthenes’  Protest  veranlasste  und  in  ihm  die  Besorgniss
wach  rief,  durch  die  Richtung,  welche  Aeschines  in  seiner  Rede
der  Verhandlung  gegeben,  gingen  die  Stadt  und  die  Bundesgenossen ­
  zu  Grunde  und  werde  Athen  sich  nicht  des  Friedens
erfreuen,  dessen  es  zu  seiner  Erholung  bedürfe,  sondern  in
noch  schlimmere  Fehden  verwickelt  werden.  Die  Bundesgenossen, ­
  welche  Demosthenes  im  Sinne  hatte,  sind  nicht  sämmtliche
  Bundesgenossen  Athens,  wie  Aeschines  zu  glauben  nahelegt ­
  (aitoAuhexsva'.  p,’  vj  tvjv  toXiv  xai  touc  aup.p.d/ou?),  sondern  die
Phokier.  2  Nicht  der  Krieg  mit  Philipp  und  die  ungenügende
1  Aesch.  RvdGes.  §  36  etcei8/)  8’  icp’  ^p.(5v  auxcbv  iy£vo'p.£0a,  a<po'8pa  Tcavu
(jy.oOp(DKCCG<X$  6  %p7)OTO  q  OUXO£  Ay]p.Oa0ivr)<;  aTDoXlüXEXivat  [x’  ECpy]  T7)V  fto'XlV
xai  xol>s  au  p.p.ay  ouixrcXayivxo;  8’  oux  ipiou  [aovou,  aXXa  xai  xwv  aup.-::pcaߣiuv
  aftdvxiov  xai  t/jV  aixiav  7cüy0avopiviov,  8t’  vjv  xaüx’  eltcev,  rjpEio  p.£,
£i  xtov  ’Aörjvrjcri  7tpayp.axü)v  i;uXiX7)ap.ai,  xai  xov  8rjp.ov  xaxa^£7UOV7)[A£vov'  xai
acpo8p’  E7U0up.ouvxa  x%  etpijvqg  zl  p.7]  pip.V7jp.ai.  »Vj  piya  cppovfit?«  e'(prj  »im
xai«;  E7C£<|>7](ötapivais  p.kv  7t£VT7jxovxa  vauaiv,  ouSetcoxe  8k  7;X7]pio07]aop.£vai«;;  ouxoj
yap  7)pi0txa$  (ßCkaazov  xai  xoiaüx’  E’ipyjxa*;,  sl*  a)V  oux  Etpyjv7]  yEVOix’  av  ix
5toXip.ou,  aXX’  el*  Eip^vrj«;  tco'X£[ao(;  axrjpuxxoi;«.  Vgl.  auch  a.  a.  O.  §  39  xo
auxo<pdvxrjp.a,  o  7rpo£iprjx£i  xax 1  ip.ou  7cpo;  xou«;  aupjcpiaßEK;  ouxo?,  io;  iaopivoo
“oXsp.ou  xai  8ia<popa«;  aix(ou,  wo  mit  keinem  Worte  angedeutet  ist,  welchen
Krieg  und  welches  Zerwürfniss  Demosthenes  gemeint  hatte.
2  Auch  sonst  werden  mit  ot  aup.p.a-yoi  kurzweg  die  Phokier  von  Demosthenes
bezeichnet,  so  RvdGes.  §  78  av  xotvuv  avxi  <f>b>x£cov  xai  IIuXcdv  .  .  .
Xsppo'vyjaos  io$  nzpUszi  xrj  tcoXei,  Xiyr)  .  .  .  p.7)  a7:o8^7)a0£  u>$  ap’  up.st<;
vwv  18(iov  xi  xx7][xdxiov  u;:£?aipoup.£voi  x/jv  xwv  aup.fJ.a^a>v  acoxprjpiav
            
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