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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

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Har  tel.

sich,  um  mit  Philipp  nicht  Frieden,  sondern  Freundschaft  zu
sehliessen.  Hierin  sah  man  alles  Heil.  Allerdings  war  der
Boden  vorbereitet;  aber  die  Saat  unbegrenzter  Hoffnung,  die
so  üppig  in  die  Halme  schoss,  hatte  mit  geschickten  Händen
im  Stillen  der  kluge  Makedonier  gesäet.
Als  Demosthenes’  Rathscollege  Philokrates  auf  die  guten
Nachrichten  über  Philipps  friedliche  Absichten  den  Weg  für  eine
Verhandlung  durch  das  Psephisma,  welches  für  Philipps  Herolde
und  Gesandten  freies  Geleite  bestimmt,  bahnen  will  und  die
Unversöhnlichen  die  Klage  der  Gesetzwidrigkeit  gegen  diesen
Antrag  erhoben,  da  tritt  er  als  Vertheidiger  und  Fürsprecher
des  Philokrates  auf.  1  Als  darauf  Aristodemos  vor  den  Rath
citirt,  der  wie  es  scheint,  die  Meldung  nicht  erwarten  kann,
über  seine  in  Makedonien  gemachten  Wahrnehmungen  berichtet
und  von  Philipps  Wunsch  nicht  bloss  Frieden  zu  sehliessen,

1  Aeschines  vdGes.  §  13  eijiövto?  os  xauxa  xou  Kxyaicpcovxos  xai  ~oAAyv
xiv’  EcayysfAauxoc  Jtpo?  xouxoi;  tpiXavOptomav,  xai  xou  0y  y.ou  atpoSp’  aato-8e?«p.
  dvouxatxbvKxrjaiipwvx’ljxatvdtravxoj^vxEiTtdvxo^B’ouOEVo';,
EvxauO’  1)8y  SiScücti  'byy.xy.a  <I>tAoxpaxys  b  'Ayvoüaio;  xai  o  8ypos  ajras
b|j.oyvto  [iovfiv  e  tp  oxo'vr)  (te  v  eijeTvai  «JuVranp  oeupo  xypuxap  xai  xxp^crpei?
7rE'p.7iEiv  uarbp  Eipyvyp  ypacpovxai  8 1  ouxoi  jxapavo'pwv  xo  trypLay.a,
Auxtvov  ent  xyv  ypatp/jv  E7Uypa'ictp.EVot  xai  xipyp.’  Ixaxov  xaXavxa.  xai  uxxa
xaux’  slarjEiv  y  ypayy  eI;  xo  Six.aaxrjpiov,  apptbarus  8’  Eywv  o  ÜhXoxpaxy;
EXaXsaEV  aüxfi  auvrjyopov  xov  AypoaO^vyv,  aXV  oux  e'j.s.  raxpeXObw  3’  b  piaotßlXi-.T.Oi
  Ay|j.oo0EVys  xax^xpujiE  xyv  yp.icav  oXyv  ajioXoyoü[j.EVOs  xxX.  Damit
stimmt  RgKtes.  §  62  fast  wörtlich  bis  auf  die  mit  Recht  bei  Seite
gelegte  Variante  jip&jßei?  7^p.7t£iv  üotEp  Etpyvy$  xai  au  p.pay t (a?.  Als
Philokrates  diesen  Antrag  stellte,  gehörte  er  vermuthlich  nicht  dem
Rathe  an;  denn  es  geschah  dies  kurz  vor  dem  Amtsjahr  des  Themistokles,
wie  aus  Aesch.  RgKtes.  §  62  klar  hervorgeht.  Wenigstens  aus  der
Charakteristik  der  Situation  ergibt  sich  mit  grosser  Wahrscheinlichkeit,
dass  Philokrates  durch  die  Friedensstimmung  des  Volkes  bewogen  in  der
Ekklesie  seinen  Antrag  direct  (evxau0’  y8y)  stellte  und  dass  gegen  das
ctoipoßoüXEUxov  sich  die  Anklage  des  Lykinos  richtete.  Aeschines  selbst
scheint  durch  diese  Hervorhebung  der  Einstimmigkeit  (avxEiromos  8’  oüoevo;
—  b  Sypo;  üv.a-i  bp.oyvwp.ov5v)  die  zugelassene  gesetzliche  Incorrectheit
zu  entschuldigen.  Durchaus  ähnlich  ist  Situation  und  Vorgang  bei  der
Stellung  des  Apollodorischen  Antrags,  worüber  ich  in  den  ,Demosthenischen
  Studien 1  I  (Sitzungsber.  1877  Juli  B.  87,  S  28  ff.)  gehandelt.  Der
Beschluss,  der  nach  der  für  Philokrates  günstigen  Entscheidung  des
Processes  rechtskräftig  war,  ist  nicht  mit  dem  von  Demosthenes  später
gestellten  als  identisch  anzusehen  (vgl.  Aesch.  RgKtes.  •§  63).
            
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