Demostlienisclie Studien. II.
377
befreundeten Buleuten, um ein xpoßoüAsup.a zu erwirken, das er
dann in der Volksversammlung durch Seine Rede empfiehlt,
oder wie Aeschines darüber berichtet: ev.aips.zoa irpoßoöXsu|m dq
ty)V ly.vJvrfila.') itpoakaßiov tyjv too 'fpddiavzci; ämeiploN ■ z'o 8’ gcut'o touto
ev r?) iv.v'kTflly. Sieitpä^ato exitiTjä/taO^vai y.a't YsvscOai ov)p.ou d/v^otcpa
(RgKtes. § 125). Ebenso wandten sich wie wir sahen bei
Verhandlung des Feldherrnprocesses Theramenes lind seine
Genossen an den Rathsmann Kallixenos, um ihn zur Stellung
des Klageantrags gegen die Strategen zu bewegen (s. o. v.a\
KaAAt^evov eueifjav ev zfi ßooAp v.azr^opdv). Und um noch einen
Fall aus demosthenischer Zeit anzuführen, zu dem Antrag,
welchen Aristokrates, wie Schaefer (I 381 ;) ) richtig erkannte,
als Rathsmann zu Gunsten Charidemos’ einbrachte, wurde dieser
von Leuten, die ausserhalb der Bule standen, gedrängt. 1 Es
ist gleiehgiltig für das, was wir aus diesem und den anderen
Fällen folgern, ob die Berichte darüber auf Wahrheit beruhen
oder nicht; denn auch die fictive Anschuldigung hat zur einfachsten
Voraussetzung, dass jene, welche sich um das Zustandekommen
eines xpoßoüXsup.a bemühten, ihre politischen Absichten
im Wege der Antragstellung selber durchzusetzen als Nicht-Buleuten
nicht befähigt waren.
Mit diesem ausschliesslichen Recht des Buleuten, im Rathe
Anträge zu stellen und so ohne Umwege durch Psephismen
die Politik des Staates zu leiten, tritt die Bedeutung dieses
Amtes in das klarste Licht und macht den gehässigen Vorwurf
des Aeschines verständlich und begreiflich, dass Demosthenes
sich in jenem Jahre (Ol. 108, 2 = 347/0), in welchem der
1 KgArist. § 5 S. G‘2'2, 23 syu youv (öjj.vüm tou; Oeou; aiiavroc;) x7T(üXVr ( a' av
(eü wie) xai au-ös tijv ypaorjV TautrjV ajtsvEyxEtv, Et jxrj navu ttov ataypwv
Evojj.gov Etvat vuv |j.ev rjauptav ayeiv xai atcour|aat, -payj/.’ aXutursXks -fl r.oXci
xataaxsuaifo'vTojv opwv rtva; a v 0 p<6-ov; und § '.) tojto toivuv, 5> a. ’A.,
ßouXdjj.evoi tive; nauaat xai xaraXotrat ulev touc STfpoos ßaailda?, jrapaooüvai
o evi KspaoßXEjrrj) trp äp'/jjv auaoav, oioejipätTOVTa! a^tai touto ysvfaOat
"o r. poßo uXeu jj.a. § 14 flTol[j.aa-o o 1 au-o"s touio Aryp'.ajj.a xai xpoStröxfl'TO,
iva Et otioOe^t’ ex Ttov ü-oo/eoecuv xai ttov IXnldwv, ac Gtee'teivev ö ’Aptarduayo:,
euOb? E7iixupdxjEisv 6 <3fl|j.o? xai (j.yjoev £[j.—ootuv e’o) • xakoi jeco? av TE/vtxcoTspov
’) xaxoupyo'tEpov aujj.jrapEaxEtjaaav avOptonot xrX. — Ob Aristoides’ Verfahren,
der nach Plutarcli c. 3 uoXXaxtc xai oi 1 kziptov siaE'^EpE Ta? yvtou.a;, angeblich
mit Rücksicht auf die Opposition des Themistoldes, ein gleichartiges
gewesen sei, ist nicht zu sagen.