Ueber dio possessiven Adjectiva auf out. (üv), ova, ovo im Slavisclion.
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2. weil sowolil der attributive als der prädicative Gebrauch
des possessiven Genitivs zum adjectivischen Gebrauche führte,
und der Plural statt des Singulars bei Personennamen, bei
denen sich zunächst diese Adjectiva aus dem Genitiv Plur.
entwickelten, in vielen Fällen fast ausschliesslich in der älteren
Zeit gesetzt wurde. Ward einmal der Genitiv Plur. auf ov^
als männliches Adjectiv gefühlt, so konnte sich leicht die
weibliche Form auf a, zu deren Entwickelung im Krainischen
und selbst im Böhmischen, wie wir weiter unten sehen werden,
auch der Genitiv Sing, auf ova beitrug, entwickeln, zu der
sich sodann der neutrale Gebrauch (ovo) gesellte. Jedoch
drang der neutrale Gebrauch im Böhmischen in der Volkssprache
wenig durch. Weil eben die Possossiv-Adjectiva auf
ovz und ova nur Genitive waren und als solche gefühlt wurden,
Hess sie die Volkssprache lange unflectirt. Als nun in der
Schriftsprache der neutrale Gebrauch in Entwickelung kam und
sodann auch im Volke Eingang zu nehmen anfing, wusste das
Volk mit der Form auf ovo nicht umzugehen. Diesem Umstande
ist es zuzuschreiben, dass es in Böhmen Gegenden gibt
(s. auch Filolog. listy 1875, S. 281), wo die Form auf ovo gar nicht
flectirt wird. Weil eben die Volkssprache die Formen auf ovz
und ova als Genitive fühlte, die keiner Veränderung bedurften,
Hess sie auch die Form auf ovo, als sie ihr durch die Schriftsprache
zugänglich gemacht wurde, unflectirt.
Um den Plural hier klar zu machen, müssen wir hier
Familiennamen auf «, z. B. Jlavlü, Pavlü, Vdvvü, Miskü u. s. w.
besprechen. Da sich aus solchen Familiennamen, die freilich
früher Iiavlöv, Pavlöv, Vavrov... gelautet haben, auch possessive
Adjectiva bildeten, so ist man hie und da auf den Gedanken
gekommen, die Familiennamen auf ü als ursprüngliche Possessiv-Adjectiva,
die erst Eigennamen geworden seien, zu betrachten.
Die Sache verhält sich gerade umgekehrt. Die Possessiv-Adjectiva
waren noch nicht da, als schon die Genitive Iiavlöv,
Pavlöv, Petröv . . existirten. Wie kam jedoch die Sprache zu
der Mehrzahl? Es ist eine uralte Gewohnheit, die sozusagen
durch Erbschaft sich fortpflanzte und bei dem Landvolke am
meisten sich erhielt. Wir müssen uns da in die alte Zeit
hineindenken, wo das altböhmische Becht noch in voller Geltung
war. Gut und Habe war der ganzen Familie im weiteren