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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

Ueber  die  possessiven  Adjectiva  auf  out.  (uv),  ova,  ovo  im  Slavischen.

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die  possessive  Bedeutung  in  attributiver  Geltung  annehme,
schliesst,  dass  dadurch  seine  Ansicht  syntaktisch  auch  bekräftigt
sei.  Es  ist  wohl  richtig,  dass  der  slavische  Dativ  statt  des
possessiven  Genitivs  öfter  stehe,  als  dies  in  einer  anderen
arischen  Sprache  stattfinde;  nur  suche  ich  den  Grund  nicht
darin,  dass  ich  etwa  meinen  sollte,  der  Dativ  hätte  ursprünglich ­
  die  possessive  Function  gehabt  und  dieselbe  im  Laufe  der
Zeit  auch  dem  Genitiv  zugewiesen.  Nein,  gerade  umgekehrt
ist  es;  der  Dativ  tritt  oft  statt  des  possessiven  Genitivs  ein,
und  zwar  in  den  slavischen  Sprachen  öfter  als  in  den  anderen
arischen  Sprachen,  weil  der  Dativ  im  Slavischen  auch  schon
in  der  Formenlehre  den  Genitiv  zuweilen  verdrängt,  wie  wir
ja  dies  im  Böhmischen  bei  den  unbelebten  Substantiven  männlichen ­
  Geschlechtes  (dub,  Genitiv  in  der  älteren  Zeit  duba,
jetzt  ditbu  durch  den  Einfluss  des  Dativs)  deutlich  sehen.
Dass  also  statt  des  possessiven  Genitivs  auch  der  possessive
Dativ  vorkommt,  ist  wahr,  aber  kein  Beleg,  dass  die  possessiven
Adjectiva  aus  dem  Dativ,  dessen  ursprüngliche  Function  es
nie  war,  hervorgegangen  seien.  Den  Ausschlag  geben  jedoch
hier  die  possessiven  Adjectiva,  wenn  sie  eine  Apposition  bei
sich  haben,  was  ja  z.  B.  im  Altböhmischen  oft  der  Fall  ist
und  immer  nur  durch  den  Genitiv,  nie  durch  den  Dativ  geschieht. ­
  Wenn  daher  hier  Herr  Prusik  bei  Anführung  der
Beispiele  v  domu  Davidove,  otroka  svojego  —  v  domu  David,ove,
dietSte  sveho  meint,  dass  man  sich  da  nicht  beirren  darf,  so  bin
auch  ich  überzeugt,  dass  die  angeführten  Beispiele  und  die
ganze  ältere  böhmische  Literatur,  die  solche  Beispiele  aufweist,
uns  nicht  beirren,  wohl  aber  belehren  sollen,  dass  in  der  alten
Zeit  die  Possessiv-Adjec.tiva  als  aus  dem  Genitiv  entstanden
gefühlt  wurden  und  daher  sehr  oft  mit  dem  Genitiv  abwechseln,
oder  das  Attribut  im  Genitiv  lassen,  bis  sie  sich  endlich  die
Bahn  statt  des  Genitivs  vollkommen  brechen,  z.  B.  na  ciesarove
Dioklecianove  dvofe.  Man  sieht  eben  im  Altböhmischen,  wie
die  Sprache  bei  Einführung  der  Possessiv-Adjectiva  mit  dem
Genitiv  ringt.  Wenn  nun  Herr  Prusik  aus  keiner  slavischen
Sprache  nicht  einmal  ein  Beispiel  anführen  kann,  wo  bei
dom  Possessiv-Adjectiv  das  Attribut  im  Dativ  stände,  dagegen
in  solchen  Fällen  den  Genitiv  findet,  wie  kann  er  da  bei  den
Possessiv-Adjectiven  ihren  Ursprung  aus  dem  Dativ  syntaktisch
            
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