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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

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Gotthard.

reichen  Schriften  des  Tomäs  ze  Stitneho  kein  Possessiv-Adjectiv
auf  üj  zu  linden  ist,  so  können  die  Adjectiva  hoduji  und  sifeduji
  nicht  als  Possessiv-Adjectiva  aufgefasst  werden.  Ich  fasse
diese  Adjectiva  als  Bildungen  mit  dem  weichen  (adjeetivischen)
nominalen  Auslaut  auf,  die  aus  den  bereits  zu  u  geschwächten
«-Stämmen  volu,  vonu,  orlu,  wieku,  hodu,  stredu  hervorgegangen
sind.  In  Betreff  des  angeführten  Beispiels  tatinkuj  syn  kommt
es  mir  vor,  als  ob  Herr  Prusik  das  Beispiel  aus  der  Kindersprache ­
  entlehnt  hätte,  denn  wer  wird  von  sieh  sagen:
ja  jsern  tatinkuj  syn?  Kinder,  wenn  sie  sprechen  lernen,
sprechen  die  Formen  oft  eigenthümlich  aus,  und  diese  eigenthümliche
  Aussprache  ahmen  dann  Kindermädchen  oft  aus
erheuchelter  Zärtlichkeit  bei  der  Pflege  der  Kinder  nach.
Dass  dann  solche  Formen  keine  Beachtung  verdienen,  versteht
sich  von  selbst.  Doch  gebe  ich  zu,  dass  die  bei  Personennamen ­
  vorkommende  Form  auf  üj,  z.  B.  Havlüj,-  Veranlassung
zu  derselben  Bildung  bei  anderen  Substantiven  gab.
Nach  erfolgter  Aufzählung  der  oben  erwähnten  Adjectiva
folgt  nun  die  Erklärung  der  Entstehungsweise  der  Possessiva
auf  ovi,  a,  o  und  uj.  Der  Dativ  Sing,  auf  u  wird  zu  Grunde
gelegt  und  gelehrt,  die  Sprache  habe  zwei  Wege  eingeschlagen,
indem  sie  1.  zwischen  das  u  des  Dativs  und  das  adjectivische
Genusmerkmal  a,  a,  o  zur  Vermeidung  des  Hiatus  j  einschob,
oder  2.  das  a  in  ov  vor  a,  o  steigerte.
Gegen  die  Deutung  dieser  Adjectiva  aus  dom  Dativ
führen  wir  Folgendes  an:
A.  1.  Da  die  Possessiv-Adjectiva  auf  om  im  Slavischen
schon  in  der  ältesten  Zeit  Vorkommen,  so  müssten  auch  die
Adjectiva  auf  uj,  da  sie  sogar  nach  der  Ansicht  des  Herrn
Prusik  von  den  Adjectiven  auf  om  .  .  verdrängt  wurden,  in
der  ältesten  Zeit  gebildet  worden  sein.  Da  nun  der  Dativ
auf  u  aus  u-i  nach  Abwertung  des  i  entstand,  und  in  ovi  (aus
ui)  das  dativische  i  gefühlt  ward,  warum  sollte  hier  die  Sprache
bei  der  Bildung  des  Adjectivs  j  zur  Vermeidung  des  Hiatus
eingeschaltet  haben,  wenn  sie  im  Dativ  lieber  i  in  vlku  abwirft, ­
  als  dass  sie  vlku-j-i  bilde,  obgleich  der  Vokal  i  zu  j
leichter  führen  konnte,  als  das  adjectivische  Genusmerkmal
a,  o;  und  warum  sollte  die  Sprache  bei  den  Adjectiven  aut
ovi  nicht  von  dem  fertigen  Dativ  ovi,  der  schon  da  war,  die
            
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