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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

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Gotthard.

Ich  habe  hier  ausführlich  Schleicher’s  Ansicht  besprochen
und  Nichts  bei  Seite  gelassen,  was  Schleicher  zur  Begründung
seiner  Ansicht  vorgebracht  hat;  wenn  ich  auch  hier  seiner
Meinung  nicht  beitreten  konnte,  so  geschah  dies  nicht  etwa,
um  gegen  den  in  der  Sprachwissenschaft  ausgezeichneten  Mann
zu  polemisiren  —  gewähren  mir  doch  seine  Schriften,  so  oft
ich  sie  in  die  Hand  nehme,  eine  freundliche  Erinnerung  an
meine  Universitätsstudien  —  sondern  um  auf  den  Gegenstand,
den  ich  hier  behandle,  vollständig  und  gründlich  einzugehen.
Ehre  dem  Andenken  dieses  Mannes!
II.
Nach  Erörterung  der  Silbe  ov,  die  in  den  Casusendungen
zum  Vorschein  kommt,  wollen  wir  die  Possessiv-Adjectiva  auf
ov7>,  ova,  ovo,  deren  Auslaut  mit  dem  ov  der  Casusendungen
zusammenhängt,  behandeln,  indem  wir  zunächst  auf  die  Erklärung ­
  des  Herrn  Prusik  eingehen.
Wie  verfährt  hier  Herr  Prusik,  und  wie  werden  die
Possessiv-Adjectiva  auf  uj  (uj)  und  om  hier  gedeutet?
Vor  Allem  werden  die  Adjectiva  auf  uj  aufgezählt.  Aus
dem  Altslavischen  kann  nur  ein  Beispiel,  voluj  (bovis),  z.  B.
voluj  trvgv,  stada  voluja  u.  s.  w.  aus  Miklosich’s  Werken  angeführt ­
  werden;  sodann  wird  darauf  hingewiesen,  dass  auch  im
Russischen  voluj  (agaiicus  emeticus)  als  ein  Adjectiv,  wozu  gribv
zu  verstehen  sei,  aufgefasst  werden  soll;  im  Slovenischen  wird
man  auf  osebujek  und  osebujni,  das  osebuj  voraussetze,  aufmerksam ­
  gemacht,  lind  aus  dem  Polnischen  kann  auch  nur  ein
einziges  Beispiel,  das  Miklosich  selbst  anführt,  wiekuj,  geholt
werden.  Doch  reicher  an  solchen  Adjcctiven  als  die  obgenannten
slavischen  Sprachen  soll  das  Serbisch-Kroatische  und  das  Böhmische ­
  sein.  Der  ganze  Reichthum  besteht  darin,  dass  es  im
Serbisch-Kroatischen  nur  drei  solche  Adjectiva  gibt:  voluj,
vonuj  und  orluj;  und  im  Böhmischen  kommen  nur  bei  Tomäs
ze  Stitneho  die  Adjectiva  hoduji  und  stfeduji  vor,  sonst  ist  im
Böhmischen  weder  in  der  Schriftsprache,  noch  in  der  Volkssprache ­
  von  ihnen  eine  Spur.  Herr  Prusik  will  den  Reichthum
dieser  Adjectiva  dadurch  nachweisen,  dass  er  anführt,  in  dem
Streifen,  der  sich  von  der  mährischen  Westgrenze  über  Pöcdtky,
            
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