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Gotthard.
Ich habe hier ausführlich Schleicher’s Ansicht besprochen
und Nichts bei Seite gelassen, was Schleicher zur Begründung
seiner Ansicht vorgebracht hat; wenn ich auch hier seiner
Meinung nicht beitreten konnte, so geschah dies nicht etwa,
um gegen den in der Sprachwissenschaft ausgezeichneten Mann
zu polemisiren — gewähren mir doch seine Schriften, so oft
ich sie in die Hand nehme, eine freundliche Erinnerung an
meine Universitätsstudien — sondern um auf den Gegenstand,
den ich hier behandle, vollständig und gründlich einzugehen.
Ehre dem Andenken dieses Mannes!
II.
Nach Erörterung der Silbe ov, die in den Casusendungen
zum Vorschein kommt, wollen wir die Possessiv-Adjectiva auf
ov7>, ova, ovo, deren Auslaut mit dem ov der Casusendungen
zusammenhängt, behandeln, indem wir zunächst auf die Erklärung
des Herrn Prusik eingehen.
Wie verfährt hier Herr Prusik, und wie werden die
Possessiv-Adjectiva auf uj (uj) und om hier gedeutet?
Vor Allem werden die Adjectiva auf uj aufgezählt. Aus
dem Altslavischen kann nur ein Beispiel, voluj (bovis), z. B.
voluj trvgv, stada voluja u. s. w. aus Miklosich’s Werken angeführt
werden; sodann wird darauf hingewiesen, dass auch im
Russischen voluj (agaiicus emeticus) als ein Adjectiv, wozu gribv
zu verstehen sei, aufgefasst werden soll; im Slovenischen wird
man auf osebujek und osebujni, das osebuj voraussetze, aufmerksam
gemacht, lind aus dem Polnischen kann auch nur ein
einziges Beispiel, das Miklosich selbst anführt, wiekuj, geholt
werden. Doch reicher an solchen Adjcctiven als die obgenannten
slavischen Sprachen soll das Serbisch-Kroatische und das Böhmische
sein. Der ganze Reichthum besteht darin, dass es im
Serbisch-Kroatischen nur drei solche Adjectiva gibt: voluj,
vonuj und orluj; und im Böhmischen kommen nur bei Tomäs
ze Stitneho die Adjectiva hoduji und stfeduji vor, sonst ist im
Böhmischen weder in der Schriftsprache, noch in der Volkssprache
von ihnen eine Spur. Herr Prusik will den Reichthum
dieser Adjectiva dadurch nachweisen, dass er anführt, in dem
Streifen, der sich von der mährischen Westgrenze über Pöcdtky,