Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

238

Gotthard.

bei  denen  im  Nominativ  Sing,  auf  historischem  Boden  das  i  zu
h  sank,  und  der  Nominativ  Sing,  sodann  gerade  so  auslautete,
wie  bei  den  ursprünglichen  weichen  «-Stämmen  —  auch  ov,  ev
annehmen.  Wie  die  weichen  «-Stämme  ov  entwickelten,  und
wie  sich  die  im  Nominativ  gleich  auslautenden  i-  und  ursprünglichen ­
  weichen  «-Stämme  wechselseitig  berühren,  werde  ich
weiter  unten  zeigen.
Ich  habe  hiemit  die  Einwendungen  Schleicher’s,  die  er
hier  gegen  die  Steigerung  des  «-Lautes  in  ov  mit  grosser
Schärfe  hervorhob  und  geltend  machen  wollte,  eingehend  besprochen ­
  und  •—  wie  ich  meine  —  auch  widerlegt;  es  tritt  nun
die  zweite  Frage  heran:
B.  Was  lässt  sich  gegen  die  Annahme  Schleicher’s,
die  Casusendungen  mit  ov  seien  durch  den  Einfluss
des  Pronomens  oxn,  ova,  ovo  entstanden,  einwenden?
Da  Schleicher  in  dem  v  der  Casus  das  Hauptelement  des
oben  angeführten  Pronomens  sieht,  so  müssten  wir  annehmen,
dass  wir  hier  consonantische  Stämme  haben,  und  demzufolge
würden  wir  bei  der  Declination  dieser  auf  v  auslautenden
Stämme  im  Genitiv  Sing,  e,  im  Dativ  Sing,  i  (vgl.  kamene,
Jcameni)  erwarten.  Da  jedoch  mit  Ausschluss  des  Dativs  Sing,
die  Endungen  nach  v  von  der  vocalischen  Declination  sich
nicht  unterscheiden,  und  das  Krainische  sogar  nach  Celakovsky’s
Angabe  im  Dativ  Sing,  u 1  hat  (tatovn),  so  kann  man  doch
wohl  nicht  die  Casus,  in  denen  ov  vorkommt,  als  aus  consonantischen
  Stämmen  hervorgegangen  hinstellen.  Da  Schleicher
sehr  wohl  fühlte,  dass  die  Endlaute  zu  den  consonantischen
Stämmen  nicht  passen,  und  dass  seine  Erklärung  dieser  auffallenden ­
  Erscheinung,  man  müsse  sich  dieselbe  aus  dem
Ueberhandnehmen  der  vocalischen  Declination  erklären,  nicht
hinreichte,  so  stellte  er  zugleich  eine  andere  Erklärung,  die
ihm  sogar  wahrscheinlicher  schien,  auf,  indem  er  darauf  hinwies, ­
  ov7>  habe  eigentlich  ursprünglich  avci  gelautet,  woraus
man  va  in  die  Flexion  einfügte.  Da  sodann  im  Dativ  der
Endlaut  vi  eine  Abweichung  von  der  Flexion  wäre,  so  suchte
Schleicher  diesen  Vorfall  dadurch  aufzuhellen,  dass  er  erklärte,
1  Wahrscheinlich  eine  schon  spätere  Bildung  durch  den  Einfluss  der
Possessiv-Adjectiva  auf  ovi,.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.