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Boden das a zu u in den meisten Fällen schwächten, Formen
mit ov haben können, und wie andererseits sowohl die ursprünglichen
«-, als auch die zu u geschwächten «-Stämme Formen
ohne ov vorzugsweise im Singular entwickeln konnten. Hält
man sich dies fest vor Augen, so wird man nicht davon
sprechen können, als ob die Sprache zuerst die «-Stämme in
«-Stämme aufgehen Hesse und dann auf einmal wiederum die
entgegengesetzte Richtung, d. h. das Aufgehen der «-Stämme
in die «-Stämme einschlüge, worin ja Schleicher einen grossen
Widerspruch zu finden glaubte und auch wirklich nach seiner
Auffassung finden musste.
5. Schleicher beruft sich auf die Bedeutung der Formen
mit ov, die den Formen eine oft sehr stark hervortretende
Bedeutung ertheile. — Wäre der Unterschied in der Bedeutung
zwischen den Formen mit ov und ohne ov ursprünglich vorhanden,
so könnte man sich mit Recht mit Schleicher darauf
berufen. Da jedoch im Altslavischen, wo die Formen mit ov
im Plural in allen Casus Vorkommen, ein Unterschied in der
Bedeutung nicht besteht, wie ja Schleicher selbst zugibt, sondern
die Formen mit ov vorzugsweise bei einsilbigen Substantiven,
hauptsächlich bei Personennamen Vorkommen, so sieht
man, dass diese Formen ursprünglich nur ihres grösseren Gewichtes
wegen gebraucht wurden. Da man auf Personennamen
besonders ein grösseres Gewicht legt, und Personennamen etwas
Lebendes bezeichnen, so begreift man, wie im Böhmischen
auch die belebten oder als belebt aufgefasston Substantiva die
Casus mit ov sich aneignen konnten. Dass jedoch das ov diese
Bedeutung den Substantiven auch im Böhmischen ursprünglich
nicht beigefügt habe, sieht man aus dem Genitiv Plur. auf
ov (ov, ü), der schon im Böhmischen bei den männlichen Substantiven
ohne Rücksicht auf die Bedeutung und ohne Unterschied
eintritt. Auch im Polnischen hat sich im Dativ Sing.,
ja sogar im Nominativ Plur., die Endung mit ov überall festgesetzt,
ohne dass die definirende Bedeutung dieser Endung
zum Vorschein käme. Selbst im Serbiscli-Illyrischen ist bei
den Doppelformen im Plural oft kein Unterschied zu spüren,
und Schleicher selbst sagt: ,die zwei Auffassungsweisen sind
freilich oft gleich möglich'. Die Endungen mit ov verleihen
also ursprünglich nur ein grösseres Gewicht den Substan-