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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

Ueber  die  possessiven  Adjectiva  auf  ovt>  (uv),  ova,  ovo  im  Slavischen.

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aus  lautlichen  Gründen  (um  ovov  zu  vennoidcn)  das  ^  nicht  in
ov  gesteigert.
3.  Schleicher  wendet  ein,  es  wäre  beim  Entstehen  des  ov
aus  dem  Stammauslaut  unbegreiflich,  dass  einige  Casus  häufiger,
andere  nie  ov,  ev  zeigen  sollten,  dass  es  im  Dual  fehlen  und
im  Plural  beliebt  sein  sollte.  —  Dagegen  kann  man  folgendermassen
  erwidern.  Wenn  bei  einem  Substantiv  Doppelformen
in  den  Casus  entstehen,  ohne  dass  sie  der  Bedeutung  nach
ursprünglich  geschieden  werden,  so  geschieht  es  in  der  Regel,
dass  einzelne  Casus  dieser  Doppelformen  nach  und  nach
weniger  gebraucht  werden.  Dass  es  keinen  Unterschied  in
der  Benützung  der  Doppelformen  im  Altslavischen  gab,  ist
erwiesen,  nur  des  grösseren  Gewichtes  wegen  wurden  die
Formen  mit  ov  bei  einzelnen  Substantiven  gebraucht.  Uebrigens
ist  es  überspannt,  wenn  man  bei  Doppelformen  im  Slavischen
ihr  Vorhandensein  in  allen  Casus  verlangt,  da  man  doch  in
den  verwandten  Sprachen  bei  Doppelformen  sieht,  dass  sie
sich  in  der  Regel  nur  in  einigen  Casus  festsetzen.  Jedoch
lassen  sich  im  Slavischen  die  Formen  mit  ov  sowohl  im  Singular ­
  als  im  Plural  nachweisen;  freilich  darf  man  nicht  verlangen, ­
  dass  jede  slavische  Sprache  in  allen  Casus  die  Formen
mit  ov  zum  Vorschein  kommen  lasse.  So  hat  das  Altslavische
die  Formen  mit  ov  im  ganzen  Plural,  im  Singular  jedoch  nur
im  Dativ  entwickelt,  dagegen  weist  das  Krainische  die  Formen
mit  ov  auch  in  den  anderen  Casus  des  Singulars  nach.  So  hat
tat  (jDicb'j  im  Gen.  tata  und  tatova,  im  Loc.  tatövi,  im  Instr.
tatdm  und  tatovdm;  ebenso  mdz  im  Gen.  moza  und  mozeva  u.  s.  w.
Dass  die  Formen  mit  ov  im  Dual  bei  den  «-Stämmen  nicht
Vorkommen,  ist  eben  nur  ein  Zufall,  weil  ja  die  Dualformen
seltener  gebraucht  werden,  und  in  den  jetzigen  lebenden
slavischen  Sprachen  nur  Spuren  des  Duals  sich  erhalten  haben;
denn  selbst  bei  den  «-Stämmen  kann  man  schon  im  Altslavischen ­
  die  Formen  mit  ov  nur  durch  ein  Beispiel  belegen:
synovü.
4.  Schleicher  führt  ferner  an,  dass  eben  diese  Formen
in  der  jüngeren  Sprache  überhandnehmen,  dass  jedoch  Stammerweiterungen ­
  eher  sich  abschleifen  als  hervorgerufen  werden,
wobei  auf  dovo  hingewiesen  und  bemerkt  wird,  dass  ja  die
Sprachen  in  ihrem  geschichtlichen  Verlaufe  immer  mehr  den
            
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