Friedrich Christoph Schlosser.
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Ideen sagten, gleichsam von selbst auch bei der Geschichte
des 18. Jahrhunderts erwarten Hessen. Die grössere Fülle der
Ereignisse, die ihm für die neuere Geschichtsepoche zu Gebote
standen, erleichterte ihm gewissermassen den Versuch, die Ereignisse
des Staatslebens in ihre psychologischen Voraussetzungen
aufzulösen und die Ideen des wirklichen Geschehens aus dem,
was man kurzweg den ,öffentlichen Geist' zu nennen pflegte,
zu entwickeln. Dass gerade in dieser Beziehung einzelne Schilderungen
, wie der Abschnitt über die Pariser geistreichen
Kreise, einen packenden Eindruck niemals verfehlen werden,
wäre wahrlich überflüssig, im Besonderen zu zeigen. Was
jedoch das Werk über das 18. Jahrhundert gegenüber allen
anderen bezeichnet, ist das bestimmte Hervortreten mit einem
politischen Standpunkt — der Hinzutritt der politisch staatlichen
Gesichtspunkte zu der Werthbcurtheilung der Ereignisse.
Wenn man es kurz bezeichnen wollte, so dürfte man sagen,
dass der kategorische Imperativ, welcher als steter Werthmesser
und Regulator die geschichtliche Erscheinung in allen Zeiten
und Ländergeschichten begleitet hatte, bei der Geschichte des
18. Jahrhunderts einen speciflsch politischen Charakter angenommen
und dass das allgemein menschlich gehaltene und gestaltete
Sittenprincip, welches uns bei den universalhistorischen
Arbeiten .Schlosser’s schon früher entgegentrat, nunmehr mit
einer speeielleren politischen Ueborzeugung durchsetzt erscheint.
Man bezeichncte Sohlosser’s Standpunkt unzählige Male
als einen moralisirenden, allein die Eigentliüinlichkeit seiner
Beurtheilungen ist damit nicht erschöpft. 1 Was seine Kritik besonders
in der Geschichte des 18. Jahrhunderts auszeichnet, ist
1 ln diesem Punkte kann man wohl sagen, dass Gerviuus, wenn er Schlosser
als den Urtypus des rein historischen Geistes im Nekrolog darstellte, von
den Gegenschriften, insbesondere in dem Aufsätze der historischen Zeitschrift
a. a. O. VIII. vollständig und mit Grund widerlegt wurde.
Gerviuus scheint von den philosophischen Grundlagen Kaufs nichts gewusst,
dieselben nicht erkannt oder nicht aufgesucht zu haben. Gerviuus
selbst, dessen schwache Seite die Geschichte der Philosophie und diese
selbst stets gewesen, hatte keine Ahnung mehr davon, wie die nächst
vor ihm stehende Generation von der Aufklärmigsliteratur im Allgemeinen
und von Kant im Speeiellen geradezu impreguirt war. Weil davon nicht
viel geredet wurde — eben weil es den älteren Männern selbstverständlich
war — glaubte Gerviuus nicht an den Zusammenhang seines Meisters