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Lorenz.
es mag sich später zeigen, warum es für Schlosser besonders
schwierig sein mochte, den Geist desselben zu erfassen,
von dem er selbst ein wesentliches Stück war. In der Geschichtschreibung
im allgemeinen wird man bemerken, dass jene
Darstellungen, in welchen die Antheilnahme des Historikers an
den Ereignissen den kräftigsten und durchschlagendsten Ausdruck
zu nehmen pflegt — die Memoiren — im 18. Jahrhunderte
bei weitem am meisten in der Blüthe standen. Auch jene, welche
nicht die Form der Memoiren wählten, erzählten Dinge näherer
Vergangenheit mit der vollen Theilnahme, welche wirklich oder
scheinbar Miterlebtes zu bewirken pflegt. Die brillante Erzählung,
der sichere Standpunkt, die klare Stellung zu dem Erzählten,
das allzeit bereite Urtheil kennzeichnen die meisten Autoren des
letzten .Jahrhunderts. Zeigen diese Merkmale nun gleich auf
den ersten Blick die Verwandtschaft mit Schlosser’s spätbegonnenen
und noch später vollendeten Werken, so wird es nicht
schwer sein, auch die sachlichen Anknüpfungspunkte nochmals
aufzudecken, welche speciell zwischen dem philosophischen
Geiste der Zeit und dem staatsgeschichtlich politischen Hauptwerke
Schlosser’s bestehen. Macht ihn die Art seiner inneren
Arbeit geeignet, in formeller Beziehung neben die Memoirenliteratur
des 18. Jahrhunderts gestellt zu werden, so weisen die
Urtheile, Anschauungen, Standpunkte des Geschichtschreibers
auf ein festes System, welches man schon vermöge der gereizten
Ausfälle Schlosser’s gegen die spätere Philosophie und
Politik unserer heutigen Zeit sicherlich nicht in unserem Jahrhundert
suchen dürfte.
Trachten wir uns kurz zu vergegenwärtigen, welche Momente
das Geschichtswerk des 18. Jahrhunderts bezeichnen.
Wir sprechen dabei nicht von jenen Dingen, die wir zum
Theil schon früher charakterisirt haben. Wenn er es als seinen
Hauptzweck ansieht, ,den Zusammenhang der politischen Begebenheiten
mit dem häuslichen und bürgerlichen Leben und
seinen Erscheinungen nachzuweisen', und wenn er ,die ganze
Gestaltung des Aeussern der civilisirten Gesellschaft, den Gang
der inneren Bildung, die Hauptveränderungen des Theils der
Literatur, welcher nicht ausschliessend die Gelehrten allein
angeht, zu entwickeln beabsichtigt/, so sind dies Gesichtspunkte,
die sich nach alledem, was wir über seine universalhistorischen