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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

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Lorenz.

es  mag  sich  später  zeigen,  warum  es  für  Schlosser  besonders ­
  schwierig  sein  mochte,  den  Geist  desselben  zu  erfassen,
von  dem  er  selbst  ein  wesentliches  Stück  war.  In  der  Geschichtschreibung ­
  im  allgemeinen  wird  man  bemerken,  dass  jene
Darstellungen,  in  welchen  die  Antheilnahme  des  Historikers  an
den  Ereignissen  den  kräftigsten  und  durchschlagendsten  Ausdruck ­
  zu  nehmen  pflegt  —  die  Memoiren  —  im  18.  Jahrhunderte
bei  weitem  am  meisten  in  der  Blüthe  standen.  Auch  jene,  welche
nicht  die  Form  der  Memoiren  wählten,  erzählten  Dinge  näherer
Vergangenheit  mit  der  vollen  Theilnahme,  welche  wirklich  oder
scheinbar  Miterlebtes  zu  bewirken  pflegt.  Die  brillante  Erzählung,
der  sichere  Standpunkt,  die  klare  Stellung  zu  dem  Erzählten,
das  allzeit  bereite  Urtheil  kennzeichnen  die  meisten  Autoren  des
letzten  .Jahrhunderts.  Zeigen  diese  Merkmale  nun  gleich  auf
den  ersten  Blick  die  Verwandtschaft  mit  Schlosser’s  spätbegonnenen ­
  und  noch  später  vollendeten  Werken,  so  wird  es  nicht
schwer  sein,  auch  die  sachlichen  Anknüpfungspunkte  nochmals
aufzudecken,  welche  speciell  zwischen  dem  philosophischen
Geiste  der  Zeit  und  dem  staatsgeschichtlich  politischen  Hauptwerke ­
  Schlosser’s  bestehen.  Macht  ihn  die  Art  seiner  inneren
Arbeit  geeignet,  in  formeller  Beziehung  neben  die  Memoirenliteratur ­
  des  18.  Jahrhunderts  gestellt  zu  werden,  so  weisen  die
Urtheile,  Anschauungen,  Standpunkte  des  Geschichtschreibers
auf  ein  festes  System,  welches  man  schon  vermöge  der  gereizten ­
  Ausfälle  Schlosser’s  gegen  die  spätere  Philosophie  und
Politik  unserer  heutigen  Zeit  sicherlich  nicht  in  unserem  Jahrhundert ­
  suchen  dürfte.
Trachten  wir  uns  kurz  zu  vergegenwärtigen,  welche  Momente ­
  das  Geschichtswerk  des  18.  Jahrhunderts  bezeichnen.
Wir  sprechen  dabei  nicht  von  jenen  Dingen,  die  wir  zum
Theil  schon  früher  charakterisirt  haben.  Wenn  er  es  als  seinen
Hauptzweck  ansieht,  ,den  Zusammenhang  der  politischen  Begebenheiten ­
  mit  dem  häuslichen  und  bürgerlichen  Leben  und
seinen  Erscheinungen  nachzuweisen',  und  wenn  er  ,die  ganze
Gestaltung  des  Aeussern  der  civilisirten  Gesellschaft,  den  Gang
der  inneren  Bildung,  die  Hauptveränderungen  des  Theils  der
Literatur,  welcher  nicht  ausschliessend  die  Gelehrten  allein
angeht,  zu  entwickeln  beabsichtigt/,  so  sind  dies  Gesichtspunkte,
die  sich  nach  alledem,  was  wir  über  seine  universalhistorischen
            
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