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Lorenz.
in dieser Beziehung- als ein Gebot der Geschichtschreibung
erschien, einen wesentlichen Schritt über Schlözer und selbst
über Johannes Müller noch hinaus zu machen, so wird es
auch noch in unserer Zeit ein stetes Bedürfniss bleiben,
immer wieder und mit aller Energie jene Begründung des
äusseren Zusammenhanges der Ereignisse zu fordern, welche
nur aus dem Zurückgehen auf die in der staatlichen Gesellschaft
herrschenden Ideen und geistigen Bestrebungen gewonnen werden
kann. In diesem Punkte aber ein sehr grosses Beispiel gegeben
zu haben, wird immer das Verdienst Schlosser’s, sowohl in
seiner universalgeschichtlichen Uebersicht der alten Welt, wie
auch in seiner Geschichte des 18. Jahrhunderts bleiben, von
welcher noch nachher eingehender zu sprechen sein wird.
Es mag sein, dass der geistige Bestand der politischen Welt
von Schlosser und seinen Anhängern, manchmal etwas zu einseitig
aus den Literaturverhältnissen der Nationen hergeleitet
werden will, und dass den rein doctrinären Richtungen der Zeit
ein zu grosser Einfluss auf die praktisch thätige Welt im Staat
zugeschrieben wird, aber sicherlich würde von einem Verständniss
der in einer Zeit wirksamen Ideen überhaupt nicht geredet
werden können, wenn man die Literatur eines Volkes nicht
gleichzeitig in beständige Berücksichtigung nähme. Uebor.diesen
Punkt wenigstens kann man sagen, dass unter allen Geschichtschreibern
unserer heutigen Zeit eine im allgemeinen feststehende
Uebereinstimmung herrscht, zu der doch wohl Schlosser
jedenfalls sehr wesentlich beitrug, obwohl Löbell gegen Gervinus
auch nicht zugeben wollte, dass er hierin ,bahnbrechend'
gewesen sei. Allerdings beruft man sich auf französische und
englische Vorgänger, welche längst vor Schlosser Staatgeschichte
und Bildungsgeschichte miteinander verbunden hätten, indem
sie dem Zustande der Literatur, der Philosophie der schönen
Künste besondere Abschnitte in ihren Werken widmeten; allein
die Methode, welche Schlosser in seiner universalhistorischen
Uebersicht der alten Welt und wie sich noch zeigen wird, am
gewöhnlich ebenso wie die Universalgeschichte, und wenn Du Bois-Keymoml
gegen die letztere den Vorwurf schleudert, dass sie selten erkennt,
wie die ostasiatischen Völker den Griechen und Römern in vielen
Zweigen der Cultur frühzeitig und immer überlegen waren, so trifft dieser
Vorwurf meist ganz ebenso die Culturgesehichte.