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Lorenz.
Application anderweitig geformter Begriffe wenig nützen kann,
aber haben wir denn ein Recht, uns gar so hoch über jene
Irrthümer erhaben zu dünken, sind wir mittelst unseren neueren
Methoden zu einer besseren Lösung der grossen Probleme der
Geschichtswissenschaft gelangt, oder soll darin der gepriesene
Fortschritt liegen, dass Einige glauben, die Geschichte in ein
Lexikon antiquarischer Merkwürdigkeiten auf lösen zu sollen ?
Es mag uns gestattet sein, später noch einmal auf diese
Dinge zurückzukommen; wollen wir hier die Betrachtung von
Schlosser’s eigenster Entwickelung und Leistung nicht allzusehr
unterbrechen, so ist zunächst nach einer anderen Seite ein Blick
auf den Stand der historischen Literatur gegen Ende des vorigen
Jahrhunderts, zu werfen. Wenn sich in den ersten selbstständigen
Werken Schlosser’s, Probleme religiöser und dogmatischer
Art mit Vorliebe behandelt finden, so trat die Fi’age, wie er
sich zu den universalhistorischen Systemen verhalte, um so
bestimmter an ihn heran, je mehr er sich auch äusserlich und
berufsmässig dem historischen Fache zuwandte.
II.
Schon im Jahre 1815 veröffentlichte Schlosser den ersten
Band seiner ,Weltgeschichte in zusammenhängender Erzählung',
mit welchem er in die Reihe der sogenannten Universalhistoriker
eintrat. Mit der Idee zu diesem Werke, scheint er sich sehr
lange getragen zu haben, und es wäre sehr schwer zu sagen,
ob dieselbe mehr der Anregung ihren Ursprung verdankte,
welche Schlosser unmittelbar noch in Göttingen von Schlözer
und Spittler empfangen, oder jener Richtung auf das allgemein
Menschliche, welche in der von ihm so sehr bevorzugten Philosophie
und Literatur jener Zeit vorherrschte. Nur so viel wird
man sofort zugestehen müssen, dass jene älteren Universalhistoriker
auf Schlosser gar wenig Eindruck gemacht hatten,
und dass er nicht ohne Grund in seinen weltgeschichtlichen
Darstellungen beständig wiederholte, es sei nicht seine Absicht
das ,Bekannte', von anderen oftmals Erzählte, abermals vorzutragen.
Dass er sich über sein Verhältniss zu Johannes von
Müller ungern oder gar nicht auszusprechen pflegte, erschwert