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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

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Lorenz.

Application  anderweitig  geformter  Begriffe  wenig  nützen  kann,
aber  haben  wir  denn  ein  Recht,  uns  gar  so  hoch  über  jene
Irrthümer  erhaben  zu  dünken,  sind  wir  mittelst  unseren  neueren
Methoden  zu  einer  besseren  Lösung  der  grossen  Probleme  der
Geschichtswissenschaft  gelangt,  oder  soll  darin  der  gepriesene
Fortschritt  liegen,  dass  Einige  glauben,  die  Geschichte  in  ein
Lexikon  antiquarischer  Merkwürdigkeiten  auf  lösen  zu  sollen  ?
Es  mag  uns  gestattet  sein,  später  noch  einmal  auf  diese
Dinge  zurückzukommen;  wollen  wir  hier  die  Betrachtung  von
Schlosser’s  eigenster  Entwickelung  und  Leistung  nicht  allzusehr
unterbrechen,  so  ist  zunächst  nach  einer  anderen  Seite  ein  Blick
auf  den  Stand  der  historischen  Literatur  gegen  Ende  des  vorigen
Jahrhunderts,  zu  werfen.  Wenn  sich  in  den  ersten  selbstständigen ­
  Werken  Schlosser’s,  Probleme  religiöser  und  dogmatischer
Art  mit  Vorliebe  behandelt  finden,  so  trat  die  Fi’age,  wie  er
sich  zu  den  universalhistorischen  Systemen  verhalte,  um  so
bestimmter  an  ihn  heran,  je  mehr  er  sich  auch  äusserlich  und
berufsmässig  dem  historischen  Fache  zuwandte.

II.
Schon  im  Jahre  1815  veröffentlichte  Schlosser  den  ersten
Band  seiner  ,Weltgeschichte  in  zusammenhängender  Erzählung',
mit  welchem  er  in  die  Reihe  der  sogenannten  Universalhistoriker
eintrat.  Mit  der  Idee  zu  diesem  Werke,  scheint  er  sich  sehr
lange  getragen  zu  haben,  und  es  wäre  sehr  schwer  zu  sagen,
ob  dieselbe  mehr  der  Anregung  ihren  Ursprung  verdankte,
welche  Schlosser  unmittelbar  noch  in  Göttingen  von  Schlözer
und  Spittler  empfangen,  oder  jener  Richtung  auf  das  allgemein
Menschliche,  welche  in  der  von  ihm  so  sehr  bevorzugten  Philosophie ­
  und  Literatur  jener  Zeit  vorherrschte.  Nur  so  viel  wird
man  sofort  zugestehen  müssen,  dass  jene  älteren  Universalhistoriker ­
  auf  Schlosser  gar  wenig  Eindruck  gemacht  hatten,
und  dass  er  nicht  ohne  Grund  in  seinen  weltgeschichtlichen
Darstellungen  beständig  wiederholte,  es  sei  nicht  seine  Absicht
das  ,Bekannte',  von  anderen  oftmals  Erzählte,  abermals  vorzutragen. ­
  Dass  er  sich  über  sein  Verhältniss  zu  Johannes  von
Müller  ungern  oder  gar  nicht  auszusprechen  pflegte,  erschwert
            
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