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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

Friedrich  Christoph  Schlosser.

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,Selbst  wenn  wir  glauben,  dass  die  Männer,  von  denen  liier
die  Rede  ist,  Dinge  verfolgten  und  suchten,  die  der  Mühe  des
Verfolgens  nicht  werth  waren,  so  werden  wir  uns  doch  daran
erinnern  müssen,  dass  das  Ziel  des  Strebens  unserer  Zeit,
sinnlicher  Genuss,  gewiss  eben  nicht  mehr  werth  ist*.  Die
Darstellung  des  Buches  selbst  aber  ist  von  einer  von  Schlossers
späterer  Manier  sehr  abstechenden  Ruhe  und  Mässigung.  Dass
ihm  dies  übrigens  im  Beza  so  gut  gelang,  kam  wohl  auch
daher,  weil  er  sich  der  Darstellung  der  verdriesslichsten  theologischen ­
  Händel,  die  seiner  Auffassung  der  Dinge  sich  am
stärksten  widersetzten,  durch  einen  angenehmen  Hinweis  auf
Planck’s  Geschichte  des  protestantischen  Lehrbegriffs  ein-  für
allemal  zu  entledigen  verstand.
Ganz  anders  schon  tritt  die  Natur  und  Persönlichkeit  des
Geschichtschreibers  in  den  ,bilderstürmenden  Kaisern'  hervor,
welche  Schlosser  noch  in  seinen  späten  Jahren  gerne  als  sein
bestes  Werk  bezeichnete.  Betrachten  wir  zunächst  die  Art  der
Beurtheilung  der  Personen,  so  zeigt  sich  hier  schon  die  ganze
Strenge  und  Unerbittlichkeit  eines  fortwährend  thätigen  Sittenrichteramts. ­
  Die  ethischen  Gesichtspunkte  drängen  sich  in  der
bekannten  Schlosser’schen  Manier  in  den  Vordergrund.  Wie
Leo  der  Isaurier  zurechtgewiesen  wird,  erinnert  an  die  Strafreden ­
  der  Geschichte  des  18.  Jahrhunderts.  Es  ist  das  ewig
wiederkehrende  Richtmaass,  welches  keine  menschliche  Handlung ­
  ungemessen,  ungeahndet  lässt.  Richten  wir  aber  unsere
Blicke  mehr  auf  die  allgemeine  geistige  Atmosphäre,  in  welcher
die  Geschichte  der  bilderstürmenden  Kaiser  sich  bewegt,  so
mag  es  vielleicht  als  ein  verwegener  Gedanke  erscheinen,  wenn
wir  auch  in  der  Auffassung  dieser  entlegenen  Materie  Anklänge
an  die  Philosophie  des  vorigen  Jahrhunderts  zu  hören  meinen,
doch  verdient  es  erwähnt  zu  werden,  dass  Kant  in  seiner  Weise
einmal  im  ,Streit  der  Facultäten 1  auf  die  Dreieinigkeitslehre
und  ihre  dogmatischen  Abwandlungen  zu  sprechen  kommt.  In
der  Abhandlung  ,Religion  innerhalb  der  Grenzen  der  blossen
Vernunft',  welche  zu  dem  bekannten  scharfen  Rescript  König-Friedrich
  Wilhelms  II.  Anlass  gegeben  hatte,  war  zuerst  der
durchgreifende  Unterschied  von  Kirchenglauben  und  Religionsglauben, ­
  die  Wcrthlosigkcit  jenes  für  das  ,Praktische',  der  absolute ­
  Werth  von  diesem  für  die  Gesellschaft,  für  den  Staat
            
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