86
Tomasche k.
sich folgende zwei Stellen, welche auf den bei Tas-kurghän
laufenden Zufluss des Kaska-daryä bezogen werden müssen
(I p. 147): ,Alaga Itu et Pulad Bugha etoient campes au ruisseau
de Tüm, et l’Exnir Hussein etoit arrive a QarsI'; (III
p. 174): ,Timur alla camper au bord d’une petite riviere, nommee
Tiun' und am folgenden Tage ,dans la deliceuse Campagne
de Kess'. So genau und zuverlässig sind die Angaben der
sinischen Berichterstatter über die so entfernten Westgebiete!
Uebrigens findet sich bei Serif al-dln auch der Name Kaska
oder Khuska für den Fluss von Kess, z. B. (I p. 205): ,il
alla camper dans la plaine de Khüsmis sur le bord de la belle
riviere de Khuska'. Ist es gestattet den Namen mit neupers.
khusk baktr. huska ,trocken' in Verbindung zu bringen, so hätten
wir da einen Gegensatz zu dem ,wasserreichen, strotzenden'
Zufluss Tüm; auch sonst wird berichtet, dass der Fluss von
QarsI und Kess im Sommer wasserarm sei und mitunter gänzlich
austrockne. Indess sind auch andere Ableitungen, zumal im
Zusammenhänge mit dem Ortsnamen Kess, möglich.
Wenden wir uns von den Wasseradern zu den Rippen
des Landes Sogd! Der Name von Sogd haftet bei Ptolemaeus
einem Gebirge an, das sich über das Land von Westen nach
Osten in langem Zuge erstreckt und dessen Westende den Lauf
des nicht genannten Polytimetos an der südlichen Uferseite bis
zur Krümmung begleitet; es umfasst also die ptolemäische
Bezeichnung toc üsyoia spvj zunächst jenen Gebirgszug, der aus
der Nachbarschaft Bukhärä’s, entlang dem Zarafsan bis zu
dessen Quelle streicht, dann aber auch das System aller jener
parallelen Ketten, welche nach Osten hin bis zu den Quellen
des Jaxartes und Oxus sich hinziehen, und als deren Fortsetzung
der Thian-san gelten darf, also die Gebirge von Osrüsana
und Farghäna einerseits und die von Hisär und Qara-tagin
anderseits; Ptolemaeus bemerkt nämlich: ako töv Soyoiuv opwv
TOTajjwi Siappesuct uXetouc äv(!)Vup.oi, cup.ßäAAovTS? ~olq oüo ^oiap.oii;,
und meint darunter die Zuflüsse zum Oxus in Hisär und
Qara-tagin und jene zum Jaxartes in Khöqand. — Treffend
charakterisirt die vorherrschende Richtung der sogdischen Gebirge
von West nach Ost der arabische Geograph Qodäma,