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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

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Tomascliek.

skr.  sürya  hindust.  sürag  ,Sonne,  Sonnenglanz,  Glück,  Herrlichkeit' ­
  und  ved.  süri  ,glänzend,  reich,  herrlich,  Opferherr'
verwiesen  werden  darf.  Dass  in  Sogd,  wie  in  Baktra,  in  den
ersten  Jahrhunderten  n.  Chr.  der  buddhistische  Cultureinfluss
sehr  mächtig  war  und  den  Parsismus  zeitweilig  überwog,  ist
eine  ausgemachte  Thatsache;  es  dürfte  uns  das  Vorkommen
eines  hieratischen  Appellativums  indischen  Ursprungs  durchaus
nicht  Wunder  nehmen.  Bemerkenswerth  ist  übrigens  die  Thatsache, ­
  dass,  während  in  Tukhäristän  entweder  eine  einfache
Abart  der  Keilschrift  oder  das  primitive  Alphabet  von  24  (25)
Zeichen  (etwa  gar  das  griechische?)  in  Uebung  war,  in  Sogd
dagegen  eine  compliciertere  Gestaltung  desselben,  nach  Art  des
Zend-  oder  Sanskrit-Alphabets  oder  den  34  Zeichen  der  tübetischen
  Schrift  ähnlich,  angewendet  wurde.
Versuchen  wir  nun  in  grösster  Kürze  —  wie  es  auch  das
spärliche  Quellenmateriale  mit  sich  bringt  —  eine  Schilderung
des  sogdischen  Gebietes  nach  den  ältesten  Berichten  zu  geben
und  beginnen  wir  mit  der  Hauptader  desselben,  auf  deren
beiden  Seiten  das  iranische  Leben  am  regsten  blühte,  mit  dem
Zarafsäu.

Der  Sogdfluss  führt  bei  den  Geschichtschreibern  der
Thaten  Alexander’s  des  Grossen  den  Namen,  welchen  ihm  nach
dem  ausdrücklichen  Zeugniss  des  Aristobulos  (Strabo  XI
p.  518)  Griechen  und  Makedonier  beilegten,  noXu-tpr^oc  d.  i.
,vielgeschätzt,  hochgeehrt,  verehrungsreich'.  Unmöglich  können
die  Fremdlinge  aus  Eigenem  eine  so  überschwängliche  Bezeichnung ­
  für  einen  Fluss,  der  ihnen  kaum  anders  Vorkommen
mochte  wie  viele  andere  Hyrkanien’s,  Baktra’s  oder  der  parthischen
  Wüstenstriche,  aufgestellt  haben:  wir  besitzen  in  dem
griechischen  Worte  offenbar  nur  die  getreue  Uebersetzung  einer
einheimischen,  iranischen  Bezeichnung,  deren  Lautcomplex  zu
erschliessen  uns  vielleicht  noch  gelingen  wird.  Die  Sogdianer
allerdings  hatten  vollen  Grund  dem  heiligen  Strome  ihres  Landes, ­
  der  ihnen  Alles  gab  und  spendete,  mit  solch’  aussergewöhnlichem
  Namen  ihre  Verehrung  und  Dankbarkeit  zu  bezeugen. ­
  Ziemlich  unzureichend  sind  übrigens  die  Nachrichten
über  selben,  welche  uns  in  den  Auszügen  aus  den  sicherlich
reichhaltigeren  Quellenwerken  der  alexandrinischen  Epoche
            
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