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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

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Tomascliek.

mazda  seine  Schöpfungen  so  wie  die  Gegenschöpfungen  Afigramainyu’s
  aufzählt,  unmittelbar  nach  dem  arianischen  Quellenlande, ­
  worin  durch  zehn  Monate  Winter  herrscht  und  nur
durch  zwei  Monate  Sommer,  als  zweite  Schöpfung  des  guten
Geistes  anführt:  Gäum  yim  Cughdhösayanem  d.  h.  Gava,  die
Wohnung  von  Cughdha,  und  erst  dann  auf  Möuru,  auf  Bäkhdhi,
auf  Nicä  u.  s.  w.  übergeht.  Können  wir  auch  nicht  der  Ansicht ­
  huldigen,  dass  in  diesem  Fargard  mit  Bewusstsein  und
gleichsam  in  Erinnerung  der  ältesten  Geschehnisse  der  Gang
der  iranischen  Wanderung  angegeben  sei,  so  können  wir  uns
hinwieder  nicht  der  Meinung  entschlagen,  dass  mit  der  Voranstellung ­
  des  sogdischen  Gebietes  demselben  eine  gewisse  Präponderanz,
  sei  es  auf  religiösem,  sei  es  auf  politischem  Gebiete, ­
  eingeräumt  wird,  und  dass  es  in  der  Anschauung  des
Verfassers  gleichsam  den  Ausgangspunkt,  den  Focus  des  nationalen ­
  Culturlebens  bildete,  von  welchem  die  übrigen  Lande
strahlenförmig  nach  allen  Seiten  ihr  Licht  erhielten.
Schon  der  Name  Cughdha  ist  charakteristisch  genug  und
bezeichnet,  hieratisch  aufgefasst,  das  Gebiet,  worin  Licht  und
Reinheit  herrscht,  worin  alles  Unreine  und  Finstere,  alles
Feindliche  und  Schädliche,  alles  Ahrimanische,  verbannt  und
ausgeschlossen  ist.  Für  die  baktrisch-sogdianische  Form  Qughdha
  sahen  wir  in  den  Keilinschriften  der  ersten  Ordnung  die
altpersischen  Moditicationen  Cuguda,  Suguda,  Cugda,  in  jenen
der  dritten  die  assyrische  Aussprache  Suukdu  (Sükdu)  eintreten;
  die  Schriftwerke  der  neueren  Perser  und  die  arabischen
Geographen  bieten  die  verkürzten  Formen  lLuo
Süghd  (Soghd)  oder  Sughd.  Die  Griechen  nennen  die  Einwohner ­
  Soyoct  (so  namentlich  Herodotos),  Ssyoioi,  üoyolaioi,  loy-Siavot,
  HoycaViat,  woneben  die  im  Stammvocal  reineren  Formen
für  das  Land  SouyScavif\  (Zonar.  Lex.  p.  1661,  Eustath.  zu  Dion.
Per.  747),  SouyS(a  und  So'jySG;  (Dion.  Per.  747,  Niceph.  et
Paraphr.  ibid.)  sporadisch  auftreten;  auch  bei  Mela  I  13  und
III  42  haben  die  besten  Handschriften  Svgdiani.  Der  Name
ist  echt  iranisch,  und  die  Sprachforscher  leiten  denselben  übereinstimmend ­
  ab  von  der  arischen  Wurzel  guö  ,leuchten,  strahlen, ­
  glänzen',  ,brennen,  glühen',  neupers.  (Inf.)  sükhtan,  wozu
baktr.  güöa  ,klar,‘  güka  ,leuchtend,  Erleuchtung'  und  cukhra
,hellfarbig,  roth,'  gehört;  der  Eintritt  der  Media-Aspirata  ist
            
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