Centralasiatische Studien. I.
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Fremden vorzüglich das religiöse Gefühl, den zarathustrischen
Glauben, in roher Weise angetastet und die Gläubigen zu
fanatischem Widerstande gereizt zu haben; doch besitzen wir
hierüber sowie überhaupt über die innere Seite der makedonischen
Invasion nur äusserst spärliche Andeutungen. So
berichtet Onesikritos (Strabo XI p. 517) als ein Zeichen der
Barbarei bei den Sogdianen und Baktriern, es habe bei ihnen
die Sitte geherrscht die altersschwachen Greise den Hunden
zum Frasse vorzuwerfen, und die Hunde seien eigens zu diesem
Zwecke, als bnacpiacTcd, gefüttert worden; Alexander aber habe
diesen Unfug abgestellt. Wir wissen, wie innig dieser Gebrauch
mit den Ideen der Lichtreligion über das Jenseits
zusammenhängt und wie der Gläubige glücklich geschätzt wird,
dessen in dem Leichenbehälter ausgesetzter Cadaver den Hunden
und Raben zum Frasse dient. In jenem Falle aber hat
sich das Verbot des Herrschers gegenüber der eingewurzelten
religiösen Sitte unwirksam erwiesen. So wie Justinus (XLI
3, 5) von den Parthern berichtet: ,sepultura vulgo aut avium
aut canum laniatus est; nuda demum ossa terra obruunt' und
wie Andere von anderen iranischen Stämmen Aehnliches berichten,
so schildern sinische Beobachter denselben Brauch der
Leichenbestattung als eine in Sogdiana noch im sechsten Jahrhundert
fest bestehende Sitte (Abel-Remusat, Nouv. mel. asiat.
I p. 230): ,11 y a au dehors de la ville royale deux Cents
familles de gens qui se consacrent particulierement au soin des
funerailles. Ils bätissent des pavillons dans lesquelles ils
nourissent des chiens. Quand un homme meurt, ils vont chercher
son cadavre, le deposent dans un de ces pavillons et le
font devorer par leurs chiens; lorsqu’il n’y a plus de chair.
Ils recueillent les os et les enterrent, mais sans les mettre dans
une biereh Hier bemerken wir gleich, dass derselbe sinische
Berichterstatter sich auch über einige sogdianische Feste und
Gebräuche verbreitet, welche ihrem Wesen nach mit dem
zarathustrischen Glauben zusammenzuhängen scheinen, obwohl
es für uns schwer ist eine Kritik darüber zu versuchen, bevor
uns das grosse chronologische Werk al-Birüm’s, welches äusserst
werthvolle Angaben über die Jahreseintheilung, über die Festtage,
über die Bräuche und Sitten der Sogdianer sowie aller
älteren Culturvölker enthält und dessen Herausgabe die kritische