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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

1—■  Hl  1

Ücinostlicnisühc  Studien.  59
Wer  darf,  von  dem  unaufmerksamen  Leser  abgesehen,
sich  beklagen,  hierin  von  Demosthenes  getäuscht  zu  sein?
Aber  freilich  ,so  viel  konnte  und  musste  Demosthenes  wissen,
dass  es  für  das  Heer  leichter  war,  die  eigenen  Bundesgenossen
als  Philipps  Staaten  zu  plündern,  und  dass  die  Söldner  sich
gegen  die  Bundesgenossen  wenden  mussten,  wenn  Philipp,
wie  es  zu  erwarten  war,  seine  Länder  mit  Umsicht  und  Energie
vertheidigte'  (Weidner  S.  252).  Wie  gross  die  Seemacht  war,
über  welche  Philipp  damals  bereits  verfügte,  wissen  wir  nicht,
aber  dass  sie  kaum  über  ihre  ersten  Anfänge  hinaus  war,
erhellt  daraus,  dass  Demosthenes  in  zehn  Schnellfahrern  einen
genügenden  Schutz  gegen  dieselbe  sieht  (§  22:  oei  yap,  l/ynoc,
sy.etvo'J  vaumov,  y.al  Tpnjpwv  vjp.Tv,  07jw?  aropaXö5  vj  ouvap-tt;
TiXev]),  sowie  das  maritime  Uebergewicht  Athens  sich  darin  zeigt,
dass  ohne  eine  besondere  Anstrengung  von  seiner  Seite  Philipps
Häfen  blokirt  und  der  Handel  Makedoniens  so  gut  wie  vernichtet ­
  war  (vgl.  Olynth.  II  §  16  und  meine  ,Demosth.  Antr/
Anm.  23).  Wie  aber  der  König  ohne  eine  mächtige  Flotte  mit
Erfolg  gegen  eine  freibeuternde  Flotille  sich  und  seine  Bundesgenossen ­
  schützen  konnte,  ist  nicht  abzusehen.  Ferner  heisst
es  doch  Demosthenes’  Intentionen  absichtlich  verkennen,  wenn
man  nicht  sehen  will,  dass  die  ganze  Organisation  der  stehenden

töSv  TcdXstov,  ix  Bs  xcov  ou  Trpoaytopouatov  X£7]Xaxtov  */p7][j.axa  xoi?  axpauwTai?
  eoxteuctev  ei?  ttjv  'PoBov  aoixe'crOai.  07:03?  B’  av  xai  ixet  to?
Epp  03  p.  EV  £  GiaiOV  TO  C7XpaX£U[J.a  7T0  tvjcTaiXO  ,  E^  aXXo3V  TE  7T0 , XeO3V  7)pyUpoXo'yei
  xai  i?  ’ÄcjtuevBov  acpixo'p.evo?  lopp-iaaio  e??  xov  Eupup-eoovia  7Toxap.dv.
7j8rj  B’  e'/ovto?  auxou  ypvjp.axa  Tzocpa  xcov  AciTTEvBhov,  aBtX7j(javxo3V  xi  ix
xcov  aypwv  Ttov  axpaxto3xo3V,  opyiaOs'vTe?  ot  ’Acra^vBioi  .  .  .  xataxoTcrouaiv  .  .
auxo'v  (Xenoph.  Hell.  IV  8,  30).  Daraus,  wie  aus  Diodors  Worten  (XIV  99:
yprip.ce.xa.  £1X7)90x0?  auxou  r.apa.  xcov  ’ActksvBIcov  op.co?  xive?  xöjv  axpaxuoxcov
iBrjoicrav  xrjv  ycopav)  sieht  man,  dass  es  sich  um  Kriegscontributionen
handelt,  welche,  um  von  weiteren  Plünderungen  verschont  zu  bleiben,  die
neutralen  oder  feindlichen  Gebiete  entrichteten.  Vgl.  Busolt,  der  zweite
athen.  Bund  S.  675  (J.  f.  Phil.  Suppl.  N.  F.  VII)  —  Dieselbe  Einnahmsquelle ­
  hat  Isocrates  im  Auge  EvUmtausch  112:  Tipo'Oso?  Iloxtöaiav  eIXev
coro  xcov  yp7)[xaxo3V  03v  auxo?  irzopiGE  xai  xcov  auvxa^scov  xcov  ouzo  0pax7)?.
Im  Jahre  365  erhielt  Timotheos  seine  2000  Peltasten  auf  solche  Art  (ix
xi]?  TcoXspJa?  [J.ia0ov  aTrs'Bcoxs).  Eine  gute  Berechnung  der  Höhe  dieser
Einnahmsquelle  auf  Grund  dieser  und  anderer  Stellen  gibt  Busolt
a.  a.  O.  718  ff.
            
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