Die Polemik über die Gregorianische Kalenderreform.
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nicht vor den betreffenden Angaben der Prutenischen Tafeln
fallen werden. Da Germanus direct an die Apologie des Clavius
anknüpft, so kann mau ihm hiebei schon zum Vorwurf machen,
dass er gewichtige Argumente des Gegners hiebei übersieht.
Was die Regelung des Sonnenjahres anbelangt, so vergisst er,
dass Clavius den Prutenischen Tafeln durchaus keine absolute
Richtigkeit beimisst, er thut dies aber, und hat hiebei allerdings
ein leichtes Spiel, indem er — diese Tafeln zur Hand nehmend
— einfach jene centenaren Jahre zu Gemeinjahren erklärt, in
welchen der Ueberschuss der Julianischen Jahre über die Copernikanischen
wieder mehr als 1 Tag beträgt. Auf diese Weise
will er es verhindern, dass das Aequinoctium vernum über den
21. März hinausfällt, dass cs auch unter diesen Tag eintritt zu
verhindern, hält sich auch er für unfähig. Im Mondcyclus will
er den ,verbannten' Numerus aureus wieder zu Ehren bringen,
da aber auch er die Absicht hat, einen immerwährenden Kalender
herzustellen und daneben doch berücksichtigen muss,
dass sich dann die Stellcnwerthe der Numeri aurei ändern
müssen, so erweitert er die 19 Zahlen auf 30 und zwar so,
dass er jedesmal zwischen 2 um zwei Tage von einander
abstehenden Numeris die um 19 grössere Zahl schiebt. Das
arithmetische Verhältniss der dem julianischen Kalender eingeschriebenen
Numeri aurei bringt es mit sich, dass der höher
stehende stets um 11 grösser oder um 11 —19, d. i. um 8 kleiner
ist als der ihm zunächst stehende, und zwar ergibt sich die
letztere Differenz da, wo ein unbesetzter Tag zwischen zwei
Numeris aureis liegt. Indem nun Germanus zu diesen unbesetzten
Tagen Zahlen einschiebt, die um 19 grösser sind, als der jedesmalige
obere -numerus aureus, so sind dieselben um 19 — 8,
d. i. um 11 grösser als die unten stehenden numeri, und so
erhält er eine Zahlenreihe, die, solange es geht, um 19 steigt
und dann ebensolange um 11 fällt. 1 Natürlich müssen nun die
Numeri aurei einen Läuterungsprocess durchmachen, um als ,numeri
aurei aequati' für die verschiedenen Aequationsperioden
die Neumondstage bezeichnen zu können. Dies geschieht durch
1 Bei dieser Manipulation kommt Germanus nicht über 30 hinaus. Denn
im Palle, dass unten der höchste Numerus aureus d. i. 19 steht, erscheint
oben nach dem erst zu besetzenden Tage 19 — 8 = 11; daher ist die
einzuschiebende Zahl 11 -j- 19 = 30.